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30.10.2018LÜKEX

Interview "Hinter den Kulissen der LÜKEX 18" mit Notfallmanager Detlef Brickenstein von terranets bw - KRITIS-Betreiber als übende Unternehmen in der LÜKEX

Detlef Brickenstein ist für das Notfallmanagement bei terranets bw verantwortlich. Die LÜKEX 18 nutzt terranets bw, um mit ihrem Notfallstab das Zusammenspiel mit anderen Beteiligten zu üben und durch die Übung gemeinsam weitere Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.

Warum sind Sie als privates Unternehmen bei LÜKEX 2018 beteiligt?

Wir nehmen als „intensiv übendes Unternehmen“ an der LÜKEX 2018 teil. Denn unsere Aufgabe ist, die sichere und zuverlässige Gasversorgung in Baden-Württemberg und dem angrenzenden Ausland zu gewährleisten. Dazu übernehmen wir Gas aus transeuropäischen Leitungen und von anderen Gastransporteuren in unser 2.000 km langes Leitungsnetz um dieses dann an Stadtwerke oder für den Weitertransport zu übergeben. Die Stadtwerke verteilen das Erdgas dann weiter an Haushalte, Industrie und Gewerbe. Um das Gas zuverlässig zu transportieren, stimmen wir uns eng mit den anderen Fernleitungsnetzbetreibern und den Stadtwerken, die an unser Netz angeschlossen sind, ab. Gerade im Winter, in langen Kältephasen, sind wir stündlich im Austausch.

Detlef Brickenstein ist für das Notfallmanagement bei terranets bw verantwortlich Detlef Brickenstein ist für das Notfallmanagement bei terranets bw verantwortlich, Detlef Brickenstein, Notfallmanagement bei terranets bw (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Det­lef Bri­cken­stein ist für das Not­fall­ma­na­ge­ment bei ter­ra­nets bw ver­ant­wort­lich


Wie sind Sie in die Übung mit einbezogen?

Im Falle einer Gasmangellage in Süddeutschland würden wir mit den anderen Gastransporteuren aber auch mit den regionalen und überregionalen Behörden an der Sicherung der Gasversorgung arbeiten. Im Ernstfall ist die Abstimmung zwischen den deutschen Fernleitungsnetzbetreibern und den Stadtwerken besonders wichtig. Als wichtige Schnittstelle stehen wir gleichzeitig in besonders engem Austausch mit der Bundesnetzagentur, dem Bundeswirtschaftsministerium und den Landesministerien. In der Übung selbst wird unser Notfallstab an der Sicherung der Versorgung mitarbeiten und die Behörden im Verlauf der Krise unterstützen. Während der beiden Kernübungstage der LÜKEX 18 wird unser Notfallstab aktiv sein. Außerhalb des Notfallstabs geht der Normalbetrieb im Unternehmen weiter.


Was bedeutet die LÜKEX für Sie als Betreiber Kritischer Infrastruktur (KRITIS)?

Als KRITIS-Betreiber haben wir eine umfassende Notfallorganisation, die wir regelmäßig auch mit Partnern, wie Stadtwerken, beüben. Die LÜKEX ist eine noch viel umfangreichere Übung mit sehr vielen Beteiligten. Dadurch können wir die Krisenorganisation der Behörden besser kennenlernen und das Zusammenspiel mit diesen anderen, im Fall einer Krise beteiligten Akteuren, üben. Bereits während der Vorbereitungen auf die Übung haben wir im Austausch Schnittstellen identifiziert, beleuchtet und daraufhin Verbesserungen angestoßen. Die Übung selbst wird diese Abstimmungsprozesse dann auf die Probe stellen und deutlich aufzeigen, an welchen Stellen wir die Prozesse noch weiter schärfen sollten.


Welche Vorteile sehen Sie in dem großen Aufwand, den Sie mit der LÜKEX betreiben?

Das 400.000 km umfassende Gasnetz ist die Grundlage für eine stabile Energieversorgung in Deutschland, eine hohe Lebensqualität und eine stabile Wirtschaft. Mit LÜKEX wird eine Extremsituation geübt, welche einerseits die Bedeutung einer sicheren Gasversorgung verdeutlicht. Andererseits wird bei der simulierten Lieferengpasssituation klar, wie komplex die Prozesse sind, die eine zuverlässige Gasversorgung sicherstellen – das heißt wie viele Beteiligte zusammenarbeiten und Abstimmungen treffen müssen. Bei der Übung kann genau das geprüft und verbessert werden. . Denn – das macht die LÜKEX-Übung deutlich – erfolgreiche Krisenbewältigung besteht aus der guten Zusammenarbeit vieler Akteure.

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LÜKEX 18 Interviewserie „Hinter den Kulissen“


2018 ist das Jahr der 8. strategischen Länder- und Ressortübergreifenden Krisenmanagementübung, kurz LÜKEX. Die Übung LÜKEX 18 wird am 28. und 29. November 2018 durchgeführt. Eine derart große, komplexe und ressort-, ebenen- und länderübergreifende Übung hat weit über die Phase der Durchführung hinaus natürlich eine lange Planungs- und Vorbereitungszeit.

Aber wer bereitet die Übung eigentlich vor und wie läuft das ab? Welche Akteure arbeiten zusammen und wo liegen die Herausforderungen dabei? Zur Vorbereitung auf die LÜKEX 18 haben Übungsbeteiligte verschiedener Ebenen über ihre Motivation, sich an der LÜKEX 18 zu beteiligen, ihre Ziele und die Art ihrer Beteiligung an der Übung berichtet. Diese Interviews geben Einblick in die verschiedenen Facetten der LÜKEX. Alle Interviews finden Sie unter LÜKEX 18.
Der LÜKEX-Gedanke baut auf der Erkenntnis auf, dass Krisenmanagement nur dann erfolgreich und nachhaltig sein kann, wenn alle staatlichen und privaten Akteure in einem Netzwerk zusammenarbeiten und kooperieren. Hierfür bedarf es eines fachlichen Abstimmungsprozesses zwischen Bund, Ländern, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Kooperationspartnern.

LÜKEX-Übungen tragen dazu bei, dass sich Bund und Länder auf (außergewöhnliche) Krisen- und Bedrohungslagen vorbereiten sowie bestehende Pläne und Bewältigungskonzepte auf die Probe stellen können. LÜKEX leistet damit im Bereich des Bevölkerungsschutzes einen wichtigen Beitrag zur nationalen Krisenvorsorge.

Hier finden Sie die Interview-Serie "Hinter den Kulissen" der LÜKEX 18