Navigation und Service

10.09.2018LÜKEX

Interview "Hinter den Kulissen der LÜKEX 18" mit dem Leiter der Zentralen Übungssteuerung - Wo alle Informationen zusammenlaufen

In der LÜKEX 18 wird Ulrich Cronenberg die ZÜST (Zentrale Übungssteuerung) leiten. Herr Cronenberg ist Referatsleiter im Referat „Ressort- und länderübergreifende Krisenmanagementübungen, LÜKEX“ des BBK und leitet die Projektgruppe LÜKEX 18 Bund.

Was ist überhaupt die „ZÜST“?

„ZÜST“ ist das Akronym für „Zentrale Übungssteuerung“. Diese wird wie in den letzten Jahren an unserer Akademie, der AKNZ in Ahrweiler eingerichtet. Die ZÜST hat zwei Hauptaufgaben. Sie koordiniert und berät die Vielzahl der Steuernden und spielt selber übergreifende Übungsanteile ein. Hier wird beobachtet, ob die Übung planmäßig verläuft, ob die Einlagen wie im Drehbuch geplant eingespielt werden, oder ob es die Notwendigkeit gibt, korrigierend einzugreifen, damit die Übungsziele auch erreicht werden.

Welche Aufgabe haben Sie in der LÜKEX?

Als Leiter der ZÜST habe ich die Gesamtverantwortung für die Koordination und den Ablauf der Übung an den beiden eigentlichen Übungstagen am 28. und 29. November 2018.

Dabei geht es hauptsächlich, wie oben beschrieben, um den planmäßigen Verlauf, also die Koordination der eigentlichen Aktivitäten bei den Übungsbeteiligten in den Ländern und auf der Bundesebene.
Damit alle Informationen bei mir in der Leitung der ZÜST ankommen und wir einen Überblick über den Übungsverlauf haben, gibt es regelmäßige Koordinierungsbesprechungen, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus allen Bereichen der ZÜST zusammenkommen. Außerdem beobachtete das Übungslagezentrum den Verlauf und stellt diesen für alle verständlich grafisch dar.

Eine weitere Aufgabe wird das Bewerten der Informationen und das Aufbereiten für die Berichterstattung an das BMI (die politische Übungsleitung) sein. Das BMI muss ständig über den hoffentlich reibungslosen und planmäßigen Verlauf informiert bleiben und im Fall von unvorhergesehen Ereignissen – LÜKEX ist und bleibt letztlich ein frei verlaufende Übung – möglichst früh von Abweichungen in Kenntnis gesetzt werden.

Was ist die Herausforderung in der Leitung der ZÜST?

Die besondere Herausforderung in der Leitung der ZÜST liegt in der Komplexität der Übung, die als ressort- und länderübergreifende Krisenmanagementübung eine Vielzahl von Akteuren auf der Bundes- und der Landesebene in das Geschehen einbindet. In der ZÜST an der AKNZ werden etwa 120 Expertinnen und Experten die Übung in verschiedenen Gruppen mitgestalten. Hier sind zum Beispiel die Steuerungsgruppen zu nennen, in denen die Einspieler für die Übenden sitzen, z.B. werden hier die Medien, die Bevölkerung, an der Übung nicht beteiligte Unternehmen der Gaswirtschaft oder andere Behörden dargestellt. Zusätzlich gibt es in den meisten übenden Ländern, Behörden und Unternehmen sogenannte Dezentrale Übungssteuerungen (DÜSTen), die die Steuerung der Übung in ihrem Bereich vor Ort übernehmen. Diese müssen ständig mit der ZÜST Informationen austauschen, um auf dem gleichen Stand zu bleiben. Die vorbereiteten Strukturen hierzu sind aufwändig vorbereitet worden und müssen in der Übung alle zusammenlaufen. Das ist schon ein enormer Koordinationsaufwand.

Trotz eines umfangreichen Drehbuchs und einer intensiven Vorbereitung über rund zwei Jahre lassen sich nicht alle Eventualitäten planen. Da aber ein hoher Vernetzungsgrad besteht, können auch kleine Abweichungen an der einen Stelle große Auswirkungen im Großen haben. Hier den Überblick zu behalten und ein akkurates Lagebild für eine fundierte Lagebeurteilung zu haben, erscheint mir als die größte Herausforderung.

________________________________________________________________________________________________________________________

LÜKEX 18 Interviewserie „Hinter den Kulissen“


2018 ist das Jahr der 8. strategischen Länder- und Ressortübergreifenden Krisenmanagementübung, kurz LÜKEX. Die Übung LÜKEX 18 wird am 28. und 29. November 2018 durchgeführt. Eine derart große, komplexe und ressort-, ebenen- und länderübergreifende Übung hat weit über die Phase der Durchführung hinaus natürlich eine lange Planungs- und Vorbereitungszeit.

Aber wer bereitet die Übung eigentlich vor und wie läuft das ab? Welche Akteure arbeiten zusammen und wo liegen die Herausforderungen dabei? Zur Vorbereitung auf die LÜKEX 18 haben Übungsbeteiligte verschiedener Ebenen über ihre Motivation, sich an der LÜKEX 18 zu beteiligen, ihre Ziele und die Art ihrer Beteiligung an der Übung berichtet. Diese Interviews geben Einblick in die verschiedenen Facetten der LÜKEX. Alle Interviews finden Sie unter LÜKEX 18.
Der LÜKEX-Gedanke baut auf der Erkenntnis auf, dass Krisenmanagement nur dann erfolgreich und nachhaltig sein kann, wenn alle staatlichen und privaten Akteure in einem Netzwerk zusammenarbeiten und kooperieren. Hierfür bedarf es eines fachlichen Abstimmungsprozesses zwischen Bund, Ländern, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Kooperationspartnern.

LÜKEX-Übungen tragen dazu bei, dass sich Bund und Länder auf (außergewöhnliche) Krisen- und Bedrohungslagen vorbereiten sowie bestehende Pläne und Bewältigungskonzepte auf die Probe stellen können. LÜKEX leistet damit im Bereich des Bevölkerungsschutzes einen wichtigen Beitrag zur nationalen Krisenvorsorge.

Hier finden Sie die Interview-Serie "Hinter den Kulissen" der LÜKEX 18