Navigation und Service

26.03.2018Forschung und Entwicklung

Kick-Off-Veranstaltung zum Forschungsprojekt DESKRIS

Zum Auftakt des vom BBK geförderten Forschungsprojekts präsentierten die Beteiligten Anfang März in Bonn die Konzeption, erste Ergebnisse sowie das weitere Vorgehen. DESKRIS steht für „Definition von Schutzzielen und -niveaus Kritischer Infrastrukturen in Deutschland: Forschungsstand, Rechtlicher Rahmen und politische Entscheidungsfindung“.

Gruppenfoto von den Teilnehmenden der Veranstaltung Gruppenfoto von den Teilnehmenden der Veranstaltung, Kick-Off-Veranstaltung zum Forschungsprojekt DESKRIS (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Teil­neh­men­de der Ver­an­stal­tung DES­KRIS Quelle: Teich­röb / BBK

Das Projektteam, bestehend aus der Freien Universität Berlin (FU Berlin), dem Deutschen Komitee für Katastrophenvorsorge (DKKV) und der Universität Bielefeld, war dafür zu Gast im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn. Die Leitung des Projekts übernahmen im Namen der AG Interdisziplinäre Sicherheitsforschung Professor Dr. Lars Gerhold und Roman Peperhove. Das Projektteam stellte die Ziele und Vorgehensweisen des Projekts (Laufzeit 01.01.2018 - 30.06.2019) sowie den aktuellen Arbeitsstand vor.

Das Ziel von DESKRIS besteht darin, den aktuellen Stand der Schutzzieldebatte im Bereich Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) aufzuarbeiten, auf dieser Grundlage die relevanten Akteure aus Bevölkerungsschutz, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen zu bringen und deren unterschiedliche Interessen zu erfassen. Dabei soll das Zusammenspiel dieser Akteure auf unterschiedlichen Zuständigkeitsebenen analysiert werden. Der Aushandlungsprozess von Schutzzielen soll beispielhaft für die KRITIS-Sektoren Gesundheit und Ernährung beschrieben und verstanden werden.

Obwohl die Bereiche Gesundheit und Ernährung sehr unterschiedlich sind, soll bei der Analyse eine gewisse Vergleichbarkeit hergestellt werden, um ähnliche Herausforderungen zu identifizieren oder Ableitungen für andere Sektoren KRITIS vornehmen zu können.

Die Literaturrecherche und -analyse wird bis Mitte dieses Jahres erfolgen. Damit wird ein systematischer Überblick über den Diskussionsstand zu Schutzzielen der ausgewählten KRITIS-Sektoren Ernährung und Gesundheit vorliegen.

Im Herbst 2018 wird ein mehrtägiger Workshop mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung und weiteren Kritischen Infrastrukturen stattfinden. Ziel ist es, die Ergebnisse der Literaturrecherche den Erfahrungen aus der Praxis gegenüberzustellen. Hierfür werden die Teilnehmenden den Ist-Stand der Schutzzielentstehung diskutieren und einen Ausblick für zukünftige Verfahren skizzieren. Der Abstimmungsprozess wird im Zuge der Auswertung des Workshops analysiert.

Die Ergebnisse des Workshops werden anschließend einem breiteren Publikum zur Bewertung vorgelegt. Dies wird in Form einer Online-Befragung geschehen, die im Winter 2018/2019 durchgeführt wird. Im Frühjahr 2019 ist eine Diskussionsrunde mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie Kreistags- bzw. Stadtratsmitgliedern geplant. Dort werden die Ergebnisse der Workshops und der Online-Befragung ausführlich diskutiert. Es sollen dabei auch Fragen beantwortet werden, wie beispielswese diese: Welche Hemmnisse und welche fördernden Faktoren für eine Befassung der Politik mit Schutzzielen KRITIS lassen sich identifizieren? Welche Hinweise an die Arbeitsebene sind daraus ableitbar? Die Ergebnisse werden in Form von Handlungsempfehlungen aufbereitet und veröffentlicht.