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01.08.2018Krisenmanagement

GMLZ koordiniert deutsche Hilfe bei Waldbränden in Europa

Nach ihrem Einsatz in Schweden sind die 51 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Nienburg wieder zu Hause eingetroffen. Die Waldbrandlage in dem skandinavischen Land hat sich deutlich entschärft. Während die bodengebundenen Kräfte wieder zurück in Deutschland sind, sind die vermittelten Hubschrauber aus Deutschland nach wie vor in Schweden im Einsatz.

Der Einsatzraum des GMLZ; Quelle: Schippers / BBK Der Einsatzraum des GMLZ; Quelle: Schippers / BBK, GMLZ (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Blick in den Ein­satz­raum Quelle: BBK/Schip­pers

In vielen Teilen Schwedens haben in diesem ungewöhnlich heißen Sommer schwere Waldbrände getobt. Die Situation war so ernst, dass die schwedische Zivilschutzbehörde MSB ihre Nachbarn und andere Staaten über das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union um Unterstützung gebeten hat. In Deutschland kommen solche Hilfeersuchen im Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) in Bonn an.
Dank eingespielter Verfahren konnten in den vergangenen Wochen von hier aus fünf deutsche Hubschrauber und 51 Feuerwehrleute aus Niedersachsen mitsamt ihren Fahrzeugen nach Schweden geschickt werden.

Deutsche Feuerwehrleute aus Schweden zurück

Das GMLZ unter dem Dach des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist nationaler Kontaktpunkt für das Katastrophenschutzverfahren der EU. Staaten, die in einer Notlage sind, können die Ressourcen, die sie benötigen, in das gemeinsam genutzte CECIS-Programm (Common Emergency Communication and Information System) einstellen.
Am 19. Juli nutzten die schwedischen Katastrophenschützer das CECIS für eine Anfrage: Weil die Brandbekämpfung aus der Luft nicht ausreichte und die Feuerwehrleute vor Ort am Limit waren, baten die Schweden um bodengestützte Wandbrandbekämpfer – Feuerwehrleute mit Fahrzeugen. Hierfür wandte sich das GMLZ an die Bundesländer. Sie sind diejenigen, die in Sachen Brandbekämpfung in Deutschland verantwortlich sind und auch über die notwendigen Kräfte und Einsatzmittel verfügen.
Das Hilfeersuchen aus Schweden konnte als erstes durch niedersächsische Kräfte bedient werden. So machten sich Feuerwehrkameradinnen und -kameraden auf den Weg, um die schwedischen Einsatzkräfte zu unterstützen – ein Novum in der bisherigen Geschichte des Katastrophenschutzverfahrens. Mittlerweile hat sich die Lage deutlich entspannt und die deutschen Helfer sind wieder zurück. Ihr Einsatz wird aus Mitteln des Bundes bezahlt werden.

Dank guter Vernetzung Hubschrauber für Schweden

Die ersten Hilfeersuchen aus Schweden erreichten das GMLZ bereits am 14. Juli. Vorerst wurde nur nach Löschflugzeugen gefragt, die Italien anbot und dann zwei Tage später nach Schweden entsandte. Am 17.Juli forderten die schwedischen Katastrophenschützer sechs Löschhubschrauber zur weiteren Unterstützung an. Die Mitarbeiter des GMLZ in Bonn wurden aktiv und prüften die Verfügbarkeit in Deutschland. Das Ergebnis: Seit einigen Tagen sind fünf deutsche Hubschrauber in Schweden im Einsatz. Das GMLZ stellte den Kontakt zum Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. her, einem Zusammenschluss u.a. mit privaten Unternehmen mit Hubschrauber-Kapazitäten. Das war möglich, weil das Melde- und Lagezentrum in Bonn für seine Aufgaben als nationale Kontaktstelle ein enges Netz an Ansprechpartnern aus Behörden, Verbänden und anderen Institutionen aufgebaut hat, die in Fällen wie in diesem schnell reagieren können.

Waldbrandbekämpfung ist Sache der Bundesländer, Bund ergänzt und koordiniert

Derzeit besteht auch in Deutschland in einigen Regionen die höchste Waldbrandwarnstufe. Waldbrandbekämpfung ist in Deutschland Ländersache. Die Feuerwehren vor Ort sind es auch, die konkrete Gefahreneinschätzungen für ihr jeweiliges Gebiet abgeben können. Der Bund mit dem BBK unterstützt die Feuerwehren der Länder über sein Konzept zur ergänzenden Ausstattung. Als Ergänzung zur Ausrüstung der Länder hat das BBK für die Länder 405 Schlauchwagen für den Katastrophenschutz (SW-KatS) und 554 Löschfahrzeuge (LF-KatS) zur Verfügung gestellt. Weitere 306 Löschfahrzeuge und 94 Schlauchwagen sind zurzeit in der in Beschaffung.
Eine Vermittlungsfunktion würde das GMLZ auch innerhalb Deutschlands übernehmen. Sollte ein Bundesland bei der Bekämpfung von Waldbränden vor Ort Unterstützung benötigen, vermittelt das GMLZ auf Anforderung Ressourcen aus anderen Ländern und auch aus dem europäischen Ausland.

Das BBK hat Hinweise zur Vorbeugung von Waldbränden zusammengetragen. Auch Tipps, wie Sie gesund und unverletzt durch die sehr heißen Tage kommen, finden Sie hier.

Gemeinsames Melde- und Lagezentrum (GMLZ)