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03.07.2018Krisenmanagement

GMLZ-Übung:
Orkan fegt über Deutschland

Ein Orkantief führt zu einer bundesländerübergreifenden Schadenlage mit Sturmschäden, Stromausfällen und Gefahrgutunfall – dieses Übungsszenario spielte sich am 28.06.2018 für das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) ab und erinnert in seinen Ausmaßen stark an den Orkan Kyrill im Jahr 2007.

Maximilian Fürmann (GMLZ-Mitarbeiter) hält einen Lagevortrag Maximilian Fürmann (GMLZ-Mitarbeiter) hält einen Lagevortrag, GMLZ Übung Orkan 2 (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Ma­xi­mi­li­an Für­mann (GM­LZ-Mit­ar­bei­ter) hält ei­nen La­ge­vor­trag Quelle: BBK/Käm­mer­ling

Mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und Fachreferaten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wurde das Szenario mit mehr als einhundert Übungseinlagen erstellt. Die Übungseinlagen sind vorbereitete Informationen oder Fragen, die per Email oder Telefon durch die Übungssteuerung in das GMLZ eingespielt werden und hierdurch Handlungen des GMLZ auslösen.

In der Lage leben

Die aus einem Referenten und einem Sachbearbeiter des GMLZ bestehende Übungssteuerung hatte alle Hände voll zu tun, die Lage und alle Partner des GMLZ so realistisch wie möglich zu simulieren. Hier zahlte sich die akribische Vorbereitung aus, denn allen Übenden gelang es, sehr schnell mit allen Sinnen „in der Lage zu leben“.

Der Übergang vom Dienstbetrieb in eine BAO

Ziel der Übung war insbesondere zu überprüfen, ob der Übergang aus dem normalen Dienstbetrieb in eine ereignisabhängige Besondere Ablauf- und Aufbauorganisation (BAO) sowie der Dienstbetrieb in dieser Organisationsform reibungslos funktionieren.
Dies beinhaltete unter anderem die Aufstockung des Schichtdienstpersonals mit Verstärkungskräften aus anderen Abteilungen des BBK.

GMLZ-Mitarbeiter stellten anhand von Lagevorträgen die Situation in Deutschland dar und fertigten mehrere Lagemeldungen. Unterstützt wurden sie mit der Fachexpertise von Mitarbeitern aus den Bereichen des Referates Kritische Infrastrukturen (KRITIS) und dem Geokompetenz-Team.

Blick in das GMLZ während der Übung. GMLZ-Mitarbeiter Marius Halbach (stehend) bei der Personalkoordination im Rahmen der Schichtführung. Blick in das GMLZ während der Übung. GMLZ-Mitarbeiter Marius Halbach (stehend) bei der Personalkoordination im Rahmen der Schichtführung., GMLZ Übung Orkan 1 (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Blick in das GM­LZ wäh­rend der Übung. GM­LZ-Mit­ar­bei­ter Ma­ri­us Halb­ach (ste­hend) bei der Per­so­nal­ko­or­di­na­ti­on im Rah­men der Schicht­füh­rung. Quelle: BBK/Käm­mer­ling

Stromausfall und Gefahrgutunfall

Neben deutschlandweiten Sturmschäden, wurde von einem großflächigen Stromausfall ausgegangen. Hier vermittelte das GMLZ unter anderem Netzersatzanlagen (Notstromgeräte) zwischen mehreren Bundesländern.

Zudem wurde von einem Gefahrgutunfall ausgegangen. Dieser wurde genutzt, um verschiedene Alarmierungs- und Warnverfahren zu testen, wie beispielsweise die Alarmierung einer Analytischen Task Force (ATF).

Konzept hat sich bewährt

Erste Erkenntnisse bestätigen, dass sich das Konzept des GMLZ für die BAO bewährt hat. Nichtsdestotrotz zeigte sich an einigen Stellen Verbesserungspotenzial beispielsweise im Informationsfluss zwischen den Aufgabenbereichen Ressourcen- und Lagemanagement. Dies soll nun mithilfe des Qualitätsmanagements und eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses aufgearbeitet werden.