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05.07.2018KRITIS

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Trilateraler Workshop zum Schutz Kritischer Infrastrukturen

Neue Impulse und positive Effekte in der Verzahnung von Vorsorgeplanung und Krisenbewältigung waren im Juni 2018 das Ergebnis eines dreitägigen Workshops zum Schutz Kritischer Infrastrukturen. Nach den Treffen in den Jahren 2008 (Ahrweiler / Deutschland), 2009 (Krems / Österreich) und 2013 (Magglingen / Schweiz) fand die diesjährige Veranstaltung mit Beteiligung von Experten aus der Schweiz, Österreich und Deutschland im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn statt.

Ein Gruppenfoto von den Tagungsgästen im Gemeinsamen Melde-und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) Ein Gruppenfoto von den Tagungsgästen im Gemeinsamen Melde-und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) , DACH Workshop in Bonn (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Die Ta­gungs­gäs­te im Ge­mein­sa­men Mel­de-und La­ge­zen­trum von Bund und Län­dern (GM­LZ) Quelle: Dries­ner / BBK

APCIP - KRITISSKI, Polycom, BOS-Digitalfunk, KZV, Verwundbarkeit und Interdependenzen, NIS-Richtlinie und EPSKI: Abkürzungen und Fachbegriffe wie diese beherrschten schon die Tagesordnung der Veranstaltung und zeigten die thematische Breite auf. Sie prägten auch die Diskussionen über nationale Programme, Strategien und rechtliche Fragen zum Schutz Kritischer Infrastrukturen, über den Einfluss internationaler Entwicklungen, den Austausch über methodische Ansätze und die Vorstellung konkreter Projekte.

Die seit Jahren erhobene und auch in diesem Kreis diskutierte Forderung, physischen Schutz und IT-Sicherheit gleichermaßen zu berücksichtigen, scheint inzwischen in der Praxis angekommen zu sein. Insbesondere die Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Gewährleistung einer hohen Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-Richtlinie) in Österreich und Deutschland konnte auf Vorarbeiten im „physischen“ Bereich aufsatteln und hat gleichzeitig neue Impulse gesetzt, die über den Schutz der Informationsinfrastrukturen hinausgehen.

Auch rückt die Integration von Maßnahmen zum Schutz Kritischer Infrastrukturen in Strukturen des nationalen Krisenmanagements in allen drei Staaten zunehmend in den Vordergrund. Beispielhaft wurden Ansätze diskutiert, wie der Aufbau einer Notversorgung mit Strom und Gas oder die Anbindung von Staat und Wirtschaft an eine gemeinsame Krisenkommunikationsstruktur erfolgen kann. Auch wenn alle Partner die besondere Herausforderung betonen, wurde auf die positiven Effekte im Zuge der Krisenbewältigung hingewiesen, die mit der engeren Verzahnung von Vorsorgeplanung und Krisenmanagement erzielt werden können.

Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen wie der Zugehörigkeit zu inter- bzw. supranationalen Organisationen (EU, NATO) und verschiedener Größenverhältnisse zeigten sich doch sehr viele Parallelen in Methodik, Verfahren und Herausforderungen. Nicht zuletzt die allen gemeinsame föderale Struktur erfordert zwar komplexe Abstimmungsprozesse, bietet aber auch ein breiteres Spektrum von Lösungen und „best practice“, als dies in Zentralstaaten der Fall ist.

Die Ergebnisse des Workshops werden wie auch die der Veranstaltung von 2013 vom Center for Security Studies der ETH Zürich in einem Tagungsbericht veröffentlicht.