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13.12.2017Krisenmanagement

15 Jahre Koordinierungsstelle Nachsorge, Opfer- und Angehörigenhilfe (NOAH) der Bundesregierung

Seit 15 Jahren unterstützt die Koordinierungsstelle Nachsorge, Opfer und Angehörigenhilfe (NOAH) Verletzte, Angehörige, Hinterbliebene sowie Zeugen nach schweren Unglücksfällen, Terroranschlägen und Katastrophen im Ausland und bietet psychosoziale Hilfe an.

Am 18. Dezember 2002 nahm die Koordinierungsstelle NOAH ihre Arbeit im heutigen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf.
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finden hier sehr unmittelbar im direkten Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern statt. Ein erfahrenes Team psychosozialer Fach-kräfte hört zu, entlastet, berät, findet Lösungen bei administrativen Problemen und vermittelt weiterführende Hilfen, wenn Bürgerinnen und Bürger, die im Ausland durch schwere Unglücksfälle, Krisen oder Katastrophen zu Schaden gekommen sind, oder deren Angehörige über die NOAH-Hotline Unterstützung suchen.

Die Koordinierungsstelle NOAH ist Teil der operativen Elemente in der Abteilung Krisenmanagement des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Inzwischen blickt NOAH auf eine fünfzehnjährige Einsatzerfahrung zurück. Diese beruht auf mittlerweile 330 Einsätzen unterschiedlicher Art und Größenordnung, das sind rund 20 Einsätze pro Jahr.

Hierzu zählten in den vergangenen Jahren unter anderem:

  • die Terroranschläge in Nizza (Frankreich), Barcelona (Spanien), Istanbul (Türkei) und Mumbai (Indien)
  • das Erdbeben in Nepal im Jahr 2015
  • der Taifun Haiyan auf den Philippinen im Jahr 2013
  • der Tsunami im Indischen Ozean im Jahr 2004
  • der Absturz der Air-France-Flugs 447 im Jahr 2009 oder des Germanwings-Flugs 4U 9525 im Jahr 2015
  • Busunglücke in Kuba, Peru, Spanien und im Iran

NOAH-Hotline NOAH-Hotline, NOAH-Hotline (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)NO­AH-Hot­line Quelle: BBK

Dabei steht der persönliche Kontakt zu Betroffenen im Mittelpunkt. Daneben bietet NOAH ihnen indirekte Unterstützung durch Koordination und Informationsvernetzung. Denn das Informationsbedürfnis Betroffener ist vor allem in der Akutsituation immens hoch, seriöse Quellen müssen herangezogen und in jedem Einsatz neu erschlossen werden. Hinzu kommt, dass die psychosozialen Unterstützungsangebote und -erfordernisse breit gefächert und für Betroffene von schweren Unglücksfällen und Katastrophen in ihrer Situation oft unübersichtlich sind. Die Bedürfnisse und Bedarfe von Überlebenden, Angehörigen, Hinterbliebenen, Vermissenden und Augen- und Ohrenzeugen sind sehr verschieden und können sich zudem in den ersten Tagen und Wochen nach einem Extremereignis mehrfach verändern. Schließlich sind Betroffene insbesondere bei administrativen Fragen und Problemen mit komplexen behördlichen Strukturen, Aufgaben und Zuständigkeiten konfrontiert. Somit ist in jedem Einsatz kompetente Koordination gefragt. NOAH übernimmt eine Lotsenfunktion für die Betroffenen.

Wichtige Voraussetzung für ein gutes Gelingen dieser Koordinationsaufgaben und Informationsvernetzung ist ein weitverzweigtes und vielfältiges Netzwerk an qualifizierten Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern. Dieses Netzwerk konnte NOAH in den vergangenen fünfzehn Jahren aufbauen. Die Koordinierungsstelle kann sich auf zahlreiche Partnerinnen und Partner aus Bundes-und Landesbehörden, Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Kirchen, Technischem Hilfswerk, Polizeien, Bundeswehr, Unfallkassen und Versicherungen, Unternehmen der Tourismus-, Reise-und Transportbranche, Fachgesellschaften und Fachverbänden der Psychologie und Psychiatrie, Kammern, einschlägigen Berufsverbänden und Vereinen, psychosozialen Diensten, Selbsthilfeorganisationen und Stiftungen und namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stützen.

Die Koordinierungsstelle NOAH dankt ihren zahlreichen Kooperationspartnerinnen und -partnern, die sich in den vergangenen fünfzehn Jahren in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit NOAH und mit großem Engagement, ausgewiesener Fachkunde und Qualität sowie hohem Einfühlungsvermögen dafür eingesetzt haben, die Not von Menschen, die von schweren Unglücksfälle, Krisen und Katastrophen sowie Entführungen, Geiselnahmen und Evakuierungen betroffen waren, zu lindern und sie bei ihrer Erfahrungsverarbeitung begleiteten.

Weitere Informationen zur Koordinierungsstelle NOAH: