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01.12.2017Internationale Projektarbeit

Ausbildungsserie in Jordanien fortgesetzt: Dekontamination und Schutzkleidung für CBRN Einsätze

Im Rahmen des bilateralen Projektes zur Stärkung des jordanischen Zivilschutzes und des jordanischen öffentlichen Gesundheitswesens wurden im Oktober und November 2017 weitere Ausbildungsmaßnahmen für Fachexperten in Jordanien durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) durchgeführt. Das Projekt wird seit 2013 durch das Auswärtige Amt (AA) gefördert und soll den jordanischen Zivilschutz in die Lage versetzen, zeitgemäß und eigenständig auf CBRN-Gefahrenlagen zu reagieren. Ebenso sollen jordanische Behörden im Gesundheitsbereich auf das Thema der Patientenversorgung bei einem Massenanfall von Verletzten konzeptionell vorbereitet und begleitet werden.

Jordanische Lehrgangsteilnehmer und deutsche Delegation Jordanische Lehrgangsteilnehmer und deutsche Delegation, Jordanische Lehrgangsteilnehmer und deutsche Delegation (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Jor­da­ni­sche Lehr­gangs­teil­neh­mer und deut­sche De­le­ga­ti­on Quelle: BBK/Roth

In 2016 begann die Ausbildungsserie zur Dekontamination von Einsatzpersonal und verletzten Personen, hierbei wurde vorhandene und im Rahmen des Projektes gelieferte Ausstattung verwendet. Die Serie wurde im Oktober und November erfolgreich fortgeführt.

Aufbauend auf den bereits vermittelten Fertigkeiten - Aufbau und Betrieb der Dekontaminationsausstattung betreffend - wurde auf einsatztaktische Fragestellungen Bezug genommen. Dabei wurde sowohl auf die Bedürfnisse der Einsatzkräfte als auch auf die der Führungskräfte der HazMat-Teams (Gefahrgutteams) eingegangen.

Dekontamination der Einsatzkräfte Dekontamination der Einsatzkräfte , Dekontamination der Einsatzkräfte (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)De­kon­ta­mi­na­ti­on der Ein­satz­kräf­te Quelle: BBK/Roth

Rettung eines Verletzten nach einem Unfall mit Gefahrstofffreisetzung Rettung eines Verletzten nach einem Unfall mit Gefahrstofffreisetzung, Rettung eines Verletzten nach einem Unfall mit Gefahrstofffreisetzung (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Ret­tung ei­nes Ver­letz­ten nach ei­nem Un­fall mit Ge­fahr­stoff­frei­set­zung Quelle: BBK/Roth

Anhand von Einsatzszenarien mussten Führungskräfte zunächst die Schritte zur Abarbeitung der Schadenslage in einem Planspiel erarbeiten. Im weiteren Verlauf einer praktischen Übung wurden diese mit den Einsatzkräften trainiert. Die Übungslage wurde dabei realistisch abgearbeitet und ermöglichte den jordanischen Einsatzkräften, die bereits erlernten Handgriffe zum Aufbau und der Inbetriebnahme der Dekontaminationsanlage zu festigen. Die Einbindung von Wartungstätigkeiten in die Schulung wurde von Kursteilnehmern besonders positiv bewertet.
Während der einwöchigen Ausbildung standen deutschen Fachspezialisten – eine BBK-Mitarbeiterin und ein Spezialist für Dekontamination – den Teams beratend zur Seite.

Im Rahmen des Projektes fanden im gleichen Zeitraum an drei Krankenhäusern im Norden des Landes Multiplikatorenschulungen für Krankenhauspersonal und Einsatzkräfte des Zivilschutzes zum korrekten Umgang mit persönlicher Schutzkleidung bei Lagen mit Gefahrstoffen statt.
Der Inhalt der jeweils zweitägigen Seminare teilte sich in Theorie und Praxis auf. Im theoretischen Teil wurde das Personal für die einsatztaktische Notwendigkeit von persönlicher Schutzkleidung bei chemischen und biologischen Gefahrenlagen sensibilisiert. Die Praxis sah vor, das richtige An- und Ablegen von persönlicher Schutzkleidung zu üben.

Im weiteren Projektverlauf findet im Dezember eine Anwenderschulung statt, bei der es um den Einsatz von handgehaltenen Wettermessgeräten zur behelfsmäßigen Abschätzung der Ausbreitung von Gefahrstoffwolken in der Atmosphäre geht. Der Einsatz eines solchen Gerätes ist wichtig, um die bei einer Chemikalienfreisetzung betroffenen Bereiche der Einsatzstelle und darüber hinaus eingrenzen zu können und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Außerdem findet im Dezember eine Anwenderschulung zur Wartung von Mehrgasmessgeräten zwecks Sicherstellung der Einsatzfähigkeit dieser Messgeräte statt. Beide Schulungen komplettieren die Ausbildungsaktivitäten für den jordanischen Zivilschutz und schließen das Projektjahr 2017 ab.

Ziel der Projektaktivitäten ist es, die derzeit noch getrennte Arbeitsweise von jordanischem Zivilschutz und Gesundheitsministerium enger zu verzahnen. Zunächst soll bei beiden Organisationen eine fachlich fundierte Basis geschaffen werden und mithilfe von gemeinsam stattfindenden Übungen sollen die beiden Organisationen enger miteinander verknüpft werden. Um dann nachhaltig dazu beizutragen, dass CBRN-Gefahrenlagen mit einer großen Anzahl Verletzter sicher und zügig abgearbeitet werden können.

Schulung zur Verwendung von Infektionsschutzsets in Jerash, Jordanien Schulung zur Verwendung von Infektionsschutzsets in Jerash, Jordanien , Schulung zur Verwendung von Infektionsschutzsets in Jerash, Jordanien (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Schu­lung zur Ver­wen­dung von In­fek­ti­ons­schutz­sets in Jerash, Jor­da­ni­en Quelle: BBK/Bre­mer

Schulung zur Verwendung von Gebläseschutzanzügen in Badya, Jordanien Schulung zur Verwendung von Gebläseschutzanzügen in Badya, Jordanien, Schulung zur Verwendung von Gebläseschutzanzügen in Badya, Jordanien (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Schu­lung zur Ver­wen­dung von Ge­blä­se­schutz­an­zü­gen in Ba­d­ya, Jor­da­ni­en Quelle: BBK/Bre­mer

Die Fortführung der Projektaktivitäten in 2018 befindet sich derzeit in Planung. Eine Verlängerung des Projektes bis einschließlich 2020 wird angestrebt.

Zum Hintergrund des Projektes

Ziel des deutsch-jordanischen Projektes ist es, durch fachliche, konzeptionelle und materielle Unterstützung des jordanischen Zivilschutzes (Civil Defence Directorate, JCD) und des jordanischen Gesundheitsministeriums (Ministry of Health, MoH) die Fähigkeiten beider Organisationen im Bereich der CBRN-Gefahrenabwehr und im Umgang mit einem Massenanfall von Verletzten zu stärken.
Führungskräfte und Ausbilder des JCD sowie Personal von MoH und der Krankenhäuser werden durch deutsche Fachexperten geschult und beraten, um ihr erworbenes Wissen als Multiplikatoren an die eigenen Einsatzkräfte weiterzugeben und die vorhandenen Fähigkeiten zur Bewältigung von CBRN-Gefahrenlagen, insbesondere mit einem Massenanfall von Verletzten, zu stärken.