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21.12.2017Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz

Kinder fit für den Notfall

BBK-Pilotprojekt führt Erste-Hilfe-Kurs an Grundschule durch

Erste Hilfe kann jeder lernen – und das auch schon in der Grundschule. Wie man beispielweise einen Notruf absetzt, sich am Unfallort verhält oder einen Verband anlegt, haben die jungen Ersthelfer der Klasse 4a der Albertus-Magnus-Grundschule in Eschweiler über Feld während eines Erste-Hilfe-Kurses unter der Leitung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gelernt.

Blick ins Klassenzimmer während des Erste-Hilfe-Kurses Blick ins Klassenzimmer während des Erste-Hilfe-Kurses, Kinder fit für den Notfall (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Grund­schü­ler der Al­ber­tus-Ma­gnus-Grund­schu­le mit den Do­zen­ten des Ers­te-Hil­fe-Kur­ses Quelle: GGS Eschwei­ler über Feld

Vom Insektenstich zur Herzdruckmassage

In vier Stationen lernten die Kinder in der Theorie und der Praxis was im Notfall zu tun ist. Vom Insektenstich über Verbrennungswunden, der stabilen Seitenlage bis hin zur Herzdruckmassage an Trainingspuppen – die Kinder gingen unbefangen und ohne Hemmungen an die kindgerecht aufbereiteten Themen heran: „Die Kinder nehmen das Thema begeistert an und sind stolz, wenn sie helfen können. Die Ausbildung in diesem Alter trägt dazu bei, dass Hemmungen gegenüber der Ersten Hilfe erst gar nicht aufgebaut werden und Helfen zu einer Selbstverständlichkeit wird“, sagte Dr. Barbara Kowalzik, Leiterin des Referates „Schutz der Gesundheit“ im BBK.

Der Pilotkurs „Erste Hilfe für Grundschulen“ wurde durch die Initiative von Dr. Kowalzik entwickelt. Das Konzept orientiert sich dabei an den sogenannten MESI-Kursen (Medizinische Erstversorgung mit Selbsthilfeinhalten), die von der achten bis zur zehnten Jahrgangsstufe an Schulen durchgeführt und vom BBK gefördert werden. Dabei sind Erste-Hilfe-Projekte in Grundschulen nicht neu. Hilfsorganisationen beginnen bereits im Kindergartenalter mit Kursangeboten. Die Herzdruckmassage bleibt dabei aber meistens unberücksichtigt. Doch gerade diese kann Leben retten. Mit der ehrenamtlichen Unterstützung von Dr. Ralf Kowalzik (Facharzt für Anästhesie und Notarzt), Manuela Borsdorff (Rettungsassistentin und Krankenschwester) und Oliver Borsdorff (Notfallsanitäter und Hauptbrandmeister einer Berufsfeuerwehr) sollte der Pilotkurs die Selbsthilfefähigkeit von Grundschülern stärken und deren Notfallbewusstsein schulen.

Aktiv von Kindesbeinen an – Projekte für Kinder und Jugendliche

Erläuterung der Herzdruckmassage am Teddybären Erläuterung der Herzdruckmassage am Teddybären , Kinder fit für den Notfall (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Er­läu­te­rung der Herz­druck­mas­sa­ge am Ted­dy­bä­ren Quelle: GGS Eschwei­ler über Feld

Um das neue Wissen der Schülerinnen und Schüler zu festigen, wird der Erste-Hilfe-Kurs in einigen Monaten im Unterricht nachbereitet. Dabei arbeitet die Klasse 4a der Albertus-Magnus-Grundschule mit den Angeboten des BBK rund um „Max und Flocke-Helferland“, die sich an Kinder und Jugendliche von 7 bis 12 Jahren wenden. Sie sollen auf spielerische Weise über Alltagsgefahren sowie Hilfe und Versorgung im Notfall aufklärt werden. Auch für Ausbilder gibt es 11 verschiedene Arbeitsblätter inklusive methodisch-didaktischem Kommentar zum Einsatz im Unterricht, zum Beispiel auch zum Thema Erste Hilfe und Notruf.

Zur Prävention, Vorsorge und Nachsorge engagiert sich das BBK bereits mit folgenden Projekten für Kinder und Jugendliche:

  • Puppenfilm „Rettet die Retter – Abenteuereinsatz im Land der Helfer“ Internetportal www.max-und-flocke-helferland.de
  • Förderung von Erste-Hilfe-Kursen mit Selbsthilfeinhalten für Kinder und Jugendliche (MESI-Kurse)
  • EU-Projekt „Raising young people’s awareness and self protection – YAPS“ (Stärkung der Selbstschutz- und Selbsthilfefähigkeit junger Menschen)