Navigation und Service

29.09.2017Internationale Projektarbeit

Zivilschutz international: Das BBK zu Gast in Tunesien

Diesen Sommer wüteten verheerende Waldbrände in Tunesien. Laut des tunesischen Office National de la Protection Civile (ONPC) wurde eine Gesamtfläche von etwa 8.000 Hektar Wald zerstört. Im Rahmen einer Dienstreise konnten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im Kontext des Projektes "Schutz und Rettung von Menschen V" vor Ort ein Bild machen.

Beim Besuch des Projektstandortes Bizerte im Norden des Landes erhielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BBK eine ausführliche Unterweisung zum Verlauf und der Bekämpfung der insgesamt neuntägigen Brände im Gouvernorat Bizerte. Bei Temperaturen von bis zu 45° Celsius im Schatten konnten die Einsatzkräfte des tunesischen Zivilschutzes zusammen mit den Forstbehörden und der Nationalgarde die angrenzenden Ortschaften rechtzeitig evakuieren. Personen kamen nicht zu Schaden, allerdings vernichteten die Waldbrände die Existenzgrundlage vieler Menschen. Maßgeblich für die erfolgreiche Bekämpfung der Brände waren vom BBK gelieferte Pickup-Einsatzfahrzeuge. Sie sind im Gegensatz zu schweren Tankfahrzeugen gut geeignet, die landestypischen schmalen Pisten zu befahren, um schnell zu den Brandstätten zu gelangen. Die Eignung und Effizienz der eigens entwickelten Fahrzeuge wurden vom Projektpartner ONPC ausdrücklich hervorgehoben und wertgeschätzt.

Folgen der verheerenden Waldbrände 2017 Folgen der verheerenden Waldbrände 2017 , Das BBK zu Besuch in Tunesien (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Fol­gen der ver­hee­ren­den Wald­brän­de 2017 Quelle: BBK

Internationale Vernetzung

Des Weiteren diente der Besuch in Tunesien der Vernetzung mit den international agierenden Akteuren und Projektpartnern, wie der deutschen Botschaft und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Mit der deutschen Bundespolizei und dem französischen Verbindungsbeamten wird neben der Vernetzung auch eine enge Zusammenarbeit u.a. auf den Gebieten Fahrsicherheit sowie Pflege und Wartung angestrebt. Außerdem wurden mit einer Vertragswerkstatt in Tunis mehrtätige Schulungen zugunsten von ONPC-Mitarbeitern vereinbart, die dazu dienen sollen, diese nachhaltig zur Instandhaltung der gelieferten Fahrzeuge zu befähigen.

Zusammenarbeit zwischen AKNZ und tunesischen Ausbildern

Parallel zu diesen Aktivitäten fand an der École Nationale de la Protection Civile (ENPC) das dritte von sechs Seminaren zur Multiplikatorenausbildung im Krisenmanagement statt. In dieser Schulungsreihe erarbeiten Dozenten der AKNZ gemeinsam mit den tunesischen Ausbildern Szenarien für Planbesprechungen und Stabsübungen. Von den drei erarbeiteten Szenarien wurde eins für eine Planbesprechung und eins für eine Stabsübung ausgewählt. Im Dezember erfolgt dann im Rahmen einer übungsbasierten Stabsschulung das Training eines Gouverneurs und seines Krisenstabes an der zentralen Schulungseinrichtung. Die Stärkung der Krisenreaktionsstrukturen durch politisch und administrativ Verantwortliche ist nicht nur wesentliche Voraussetzung für den effizienten Einsatz von Zivilschutzkräften und Fahrzeugen, sondern im Sinne der Aufrechterhaltung von Staats- und Verwaltungsfunktionen gerade in der Krise im besonderen Fokus von Bürgern, Medien und Wirtschaft.

Die Vergangenheit zeigt, wie schnell Theorie zu Praxis werden kann

Bei dem Besuch des Projektstandortes in Bizerte wurde deutlich, wie wichtig und sinnhaft diese Maßnahme ist. So wurde dort im letzten Jahr die Schulung des Krisenstabes durchgeführt. Und das Gelernte kam schnell zur Anwendung - denn das in der Übung trainierte Unwetter- und Überflutungsszenario hatte der Krisenstab bereits am nächsten Tag real zu bewältigen und konnte dabei auf die in der Vorbereitung gewonnenen Erfahrungen zurückgreifen. Die Übertragbarkeit der Ausbildung auf andere Szenarien, insbesondere im Rahmen der Walbrandbekämpfung, bestätigten der Regionaldirektor des ONPC Bizerte und der verantwortliche Leiter der Nationalgarde für diesen Bezirk. Sie betonten, dass die gewonnenen Erfahrungen bei der Zusammenarbeit im Krisenstab eine wertvolle Grundlage waren und auf der Leitungsebene maßgeblich zum Einsatzerfolg beitrugen.


Diese Seite:

Abonnieren

BBK

© 2005 - 2017 Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe