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06.11.2017Internationale Projektarbeit

BBK-Vizepräsident Dr. Herzog besucht Jordanien

Im Rahmen des bilateralen Projektes zur Stärkung des jordanischen Zivilschutzes und des jordanischen öffentlichen Gesundheitswesens werden u.a. Einsatzkräfte und Krankenhauspersonal auf die Bewältigung von Großschadenslagen vorbereitet (Massenanfall von Verletzten). Im Oktober konnte sich BBK Vizepräsident Dr. Thomas Herzog persönlich ein Bild von der Projektarbeit vor Ort machen.

Feierliche Abschlusszeremonie nach erfolgreicher Übung mit Provinzgouverneur in Badya (Region Nord) Feierliche Abschlusszeremonie nach erfolgreicher Übung mit Provinzgouverneur in Badya (Region Nord), BBK-Vizepräsident Dr. Herzog besucht Jordanien (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Fei­er­li­che Ab­schluss­ze­re­mo­nie nach er­folg­rei­cher Übung mit Pro­vinz­gou­ver­neur in Ba­d­ya (Re­gi­on Nord) Quelle: BBK / Sie­den­topp

Neben einem persönlichen Treffen mit dem jordanischen Gesundheitsminister und dem Direktor der jordanischen Zivilschutzbehörde konnte der Vizepräsident drei Übungs- und Projektstandorte im Norden Jordaniens (Jerash, Badya, Ramtha) besichtigen und die Abarbeitung eines Massenanfalls von Verletzten im Rahmen einer Simulationsübung mitverfolgen. Das Szenario und der Verletztenkatalog mit Darstellern wurden durch den örtlichen Zivilschutz entwickelt.

Versorgung von Schwerstverletzten im Krankenhaus Versorgung von Schwerstverletzten im Krankenhaus, BBK-Vizepräsident Dr. Herzog besucht Jordanien (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Ver­sor­gung von Schwerst­ver­letz­ten im Kran­ken­haus Quelle: BBK / Sie­den­topp

Ziel der praktischen Übungen ist es die Schnittstelle zwischen prä-Klinik und Klinik und somit die Koordination zwischen Zivilschutz und medizinischer Versorgung im Krankenhaus bei einem Massenanfall von Verletzen zu stärken und Arbeitsprozesse zu definieren. Alle drei Übungsstandorte bewiesen eine ausgesprochen hohe Professionalität: Der Zivilschutz leistete erste Hilfemaßnahmen und Triage am Schadensort, sicherte das Gelände und transportierte die Verletzten in das nahegelegene Krankenhaus zur weiteren Versorgung. Im Krankenhaus wurden nach der Alarmierung durch den Zivilschutz umgehend vorbereitenden Maßnahmen getroffen: Aufbau eines Triagepunktes, Patientenregistrierung, Führungsorganisation, Bereitstellung von Materialien, Liegen, etc. Das BBK und externe Fachexperten begleiteten die Übungen als Beobachter und werteten diese im Anschluss gemeinsam mit allen Beteiligten aus. Die jordanische Seite begrüßte das Engagement und die Fachexpertise von deutscher Seite und wünscht sich im nächsten Jahr die Zusammenarbeit zu vertiefen.

Zuvor wurden im Frühjahr und Sommer 2017 alle drei Übungsstandorte in Form von Grundlagenseminaren theoretisch in die Thematik der Krankenhausalarmplanung geschult. Diese Ausbildungsreihe soll in 2018 an weiteren Standorten in Jordanien fortgeführt werden.

Hochrangiger Besuch an den Übungstagen Hochrangiger Besuch an den Übungstagen, BBK-Vizepräsident Dr. Herzog besucht Jordanien (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Hoch­ran­gi­ger Be­such an den Übungs­ta­gen Quelle: BBK / Sie­den­topp

Alle drei Übungen erfuhren eine hochrangige Präsenz politischer Entscheidungsträger, die eine Zusammenarbeit der jordanischen Akteure aus Zivilschutz und Gesundheitswesen begrüßen. Neben den Provinzgouverneuren waren der stellvertretende Generalsekretär des jordanischen Gesundheitsministeriums, der Leiter der Abteilung Rettungsdienst des Jordanischen Zivilschutzes, sowie die deutsche Botschaft vertreten.

Hintergrund: Das Jordanienprojekt wird seit 2013 durch das Auswärtige Amt (AA) finanziert und durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) umgesetzt. Es soll den jordanischen Zivilschutz in die Lage versetzen, zeitgemäß und eigenständig den Umgang und die Abwehr von CBRN-Gefahrenlagen sicherzustellen. Ebenso sollen jordanische Behörden im Gesundheitsbereich auf das Thema der Krankenhausalarmplanung bei einem Massenanfall von Verletzten konzeptionell vorbereitet und begleitet werden. Die Fortführung der Projektaktivitäten in 2018 befindet sich derzeit in Planung.