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17.03.2016Zivil-Militärische Zusammenarbeit

Zivil-Militärische Zusammenarbeit: Impulse für die praktische Arbeit

Der Gesprächskreis Obere Bundesbehörden ist zu seinem alljährlichen Frühjahrstreffen am 9. März 2016 in Bad Neuenahr zusammengekommen. Schwerpunktthema war die aktuelle Herausforderung in der Flüchtlingskrise – und dazu ein Blick in die praktische Flüchtlingshilfe vor Ort.

Die Runde aus Experten und führenden Köpfen aus dem Innenministerium, der Bundespolizei, Bereitschaftspolizei, Technischem Hilfswerk und der Bundeswehr trifft sich zwei Mal jährlich auf Einladung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. Die Leitung haben der Präsident des BBK, Christoph Unger, und der Kommandeur des Kommandos, Generalmajor Jürgen Knappe, inne.

Die Frühjahrstagung fand routinemäßig in der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) statt. Sie ist die zentrale Ausbildungsstätte des Bundes im Bevölkerungsschutz. Auch Soldaten der Bundeswehr sind sowohl als Lehrpersonal als auch als Lehrgangsteilnehmer beteiligt.

Flüchtlingshilfe vor Ort

Zur Rolle und Bedeutung der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) sagte Generalmajor Knappe einleitend: „Die aktuellen Ereignisse von der Flüchtlingshilfe über die Sicherheitslage in Frankreich bis hin zur Situation in der Ukraine betreffen unseren Themenbereich der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit unmittelbar“. Dass die Flüchtlingshilfe auch die Akademie direkt betrifft, konnten die Teilnehmer des Gesprächskreises vor Ort erleben.

Seit vergangenem September beherbergt die Akademie auf ihrem Gelände bis zu 300 Flüchtlinge. Bei einem Rundgang konnten die Gäste die neu errichteten Unterkünfte und Betreuungsangebote besichtigen. "„Ein echtes Vorzeigeprojekt“, "sagte General Knappe und zeigte sich beeindruckt, wie professionell die Flüchtlingsbetreuung dort organisiert ist.

In Vorträgen stellten die einzelnen Ressorts ihren Blick auf die Flüchtlingslage und die aktuellen Handlungsfelder vor. Herausfordernd für alle Bereiche ist dabei die Dauer der Situation. Die Flüchtlingshilfe stellt Behörden und Organisationen vor eine langfristige Aufgabe, die angesichts knapper Ressourcen nur schwer zu bewältigen ist. Die Unterstützung der Bundeswehr ist deshalb ein wichtiger Faktor.

Der Vortrag von Oberstleutnant i.G. Andreas von Hacht, stellvertretender Leiter Einsatz „Flüchtlingshilfe“ im Kommando Territoriale Aufgaben, stellte die Amtshilfe der Bundeswehr vor und zeigte wie vielfältig sie mit Soldaten, Material und Unterkünften in militärischen Liegenschaften unterstützt. Generalmajor Knappe ergänzte: „Wir unterstützen überall da, wo wir gefragt sind und die Hilfe leisten können. Aber wir werden uns zurückziehen, sobald die zivilen Strukturen so aufgebaut sind, dass sie ohne unsere Hilfe funktionieren.“ Amtshilfe sei nicht Kernauftrag der Bundeswehr und könne nur eine temporäre Leistung sein. Dennoch, so versicherte General Knappe, "„die Bundeswehr ist und bleibt ein zuverlässiger Partner in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit.“ "

Impulse für die praktische Arbeit

Zivil-Militärische Zusammenarbeit ist ihr Thema: Präsident Unger und Generalmajor Knappe Zivil-Militärische Zusammenarbeit ist ihr Thema: Präsident Unger und Generalmajor Knappe, Präsident Unger und Generalmajor Knappe (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Zi­vil-Mi­li­tä­ri­sche Zu­sam­men­ar­beit ist ihr The­ma: Prä­si­dent Un­ger und Ge­ne­ral­ma­jor Knap­pe Quelle: Kdo­TA / Lo­pez

Abschließend stellte die Bundeswehr ihre speziellen Fähigkeiten im Bereich der ABC-Abwehr vor. Der Kommandeur des ABC-Abwehrkommandos der Bundeswehr, Oberst Henry Neumann, präsentierte Auftrag, Ausrüstung und Einsätze seines Kommandos. Er zählt zu den langjährigen Teilnehmern des Gesprächskreises und weiß ihn als wichtige Plattform für Information und Austausch zu schätzen. „Hier haben alle wichtigen Behörden die Gelegenheit, sich auszutauschen, abzustimmen und zu beraten. Man nimmt Impulse mit, die direkt in die eigene Arbeit einfließen.“

In diesem Sinne dankten die Gastgeber allen Teilnehmern, und General Knappe freute sich, den Kreis zur kommenden Tagung im Herbst in das Kommando Territoriale Aufgaben nach Berlin einzuladen.

Teilnehmer des Gesprächskreises Obere Bundesbehörden Teilnehmer des Gesprächskreises Obere Bundesbehörden, Zivil-Militärische Zusammenarbeit (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Teil­neh­mer des Ge­sprächs­krei­ses Obe­re Bun­des­be­hör­den Quelle: Kdo­TA / Lo­pez