Mit Ängsten und Sorgen umgehen

In einer Gefahr oder in einer Extremsituation ist es normal, sich hilflos zu fühlen. Krisen können Angst auslösen und Unsicherheit, ob man die Situation gut  
meistern kann. Vorbereitet zu sein und in einer Notsituation zu wissen, was man für sich und andere tun kann, hilft deshalb, Ängste und Sorgen zu reduzieren.

Das kann Ihnen in oder nach Notsituationen guttun

  • Kontakt zu anderen halten und sich austauschen
  • Tägliche Routinen aufrechterhalten und einen Plan für den Tag machen
  • Wenn möglich ins Freie gehen
  • Sich bewegen, Sport machen
  • Sich Zeit für Rückzug und Ruhe nehmen und Pausen machen
  • Sich ablenken und Dinge tun, die auch im „normalen” Alltagsstress guttun
  • Entspannungstechniken nutzen
  • Wenn möglich, ausreichend schlafen, genug trinken und regelmäßig essen
  • Nur so viele Nachrichten konsumieren wie nötig, um auf dem Laufenden zu bleiben – es kann helfen, tägliche Zeiträume für Medienkonsum festzulegen.

Gegenseitige Unterstützung hilft

Gegenseitiges Verständnis und die Unterstützung innerhalb der Familie und im Freundeskreis helfen dabei, mit herausfordernden Situationen zurechtzukommen: anderen Betroffenen, aber auch Ihnen selbst. Tauschen Sie sich mit anderen aus:

  • Das trägt dazu bei, einen Überblick über die Situation zu bekommen und sie realistisch einzuschätzen.
  • Das Gefühl, mit seinen Ängsten nicht alleine zu sein, kann in einer schwierigen Situation bereits helfen.
  • Schauen Sie nicht nur auf den entstandenen Schaden, sondern planen und besprechen Sie gemeinsam die nächsten Schritte.

Gegenseitige Hilfe und Unterstützung geben Ihnen in einer Krise das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Dadurch fühlen Sie sich weniger hilflos und ohnmächtig.

Mit Kindern über Krisen sprechen

Über Medien, Schule oder Gespräche von Erwachsenen können Kinder Nachrichten mitbekommen, die sie verunsichern und verängstigen – zum Beispiel über  
Notlagen, Kriege oder Katastrophen. Es ist wichtig, die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen und sie mit ihren Ängsten nicht alleine zu lassen.

Jedes Kind ist anders

Kinder zeigen Belastungen auf unterschiedliche Weise und anders als Erwachsene. Manche Kinder haben Konzentrationsschwierigkeiten oder Alpträume. Manche 
Kinder zeigen zunächst – vielleicht entgegen der Erwartungen – keine auffälligen Reaktionen. Andere Kinder wirken ängstlich oder gereizt. Wie auch immer Ihr Kind reagiert, zeigen Sie Verständnis.

Bieten Sie Ihrem Kind an, etwas gemeinsam zu machen. Manche Kinder können ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche gut über Malen oder Schreiben ausdrücken.
Kleinere Kinder gestalten ihre Empfindungen im Spiel.

So können Sie Halt geben

  • Oft stellen Kinder von ganz alleine Fragen, wenn sie etwas beschäftigt: Hören Sie gut zu, wenn Ihr Kind Fragen hat und über aktuelle Ereignisse sprechen möchte.
    Beantworten Sie Fragen offen und ehrlich. Versuchen Sie dabei so sachlich, einfach und klar wie möglich zu sprechen. Sie können auch gemeinsam altersgerechte Nachrichtenformate sehen. Drängen Sie Ihrem Kind aber keine Gespräche über Krisen auf, wenn es nicht darüber sprechen möchte.
  • Wenn Sie selbst ein Ereignis belastet, sollte Ihr Kind Ihr Verhalten verstehen können. Erklären Sie, warum Sie besorgt oder traurig sind. Das zeigt, dass es ganz normal und verständlich ist, dass Krisen unsicher machen.
  • Vermitteln Sie positive Botschaften, zum Beispiel „Wir passen auf Dich auf.”, „Wir sind für Dich da.”, „Wir sind gut vorbereitet.”. Kinder sollten spüren, dass sie sicher sind und von ihren Eltern und ihrem Umfeld aufgefangen werden.

Rat und Hilfe

Die meisten Reaktionen auf Krisen sind normal.

Wenn Sie sich jedoch große Sorgen um Ihr Kind machen, scheuen Sie sich nicht, Rat zu suchen.

Ihre Kinderärztin, Beratungsstellen oder Kinder­ und Jugendlichenpsychotherapeuten können unterstützen.

Kostenfreie Beratung für Eltern, Jugendliche und Kinder bietet zum Beispiel die „Nummer gegen Kummer“.

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