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Konsequenzen eines Stromausfalls für den privaten Haushalt

Alle Industrienationen sind heute von verschiedenen Energiequellen abhängig. Hierzu gehören Elektrizität, Gas, Öl und Fernwärme, die über die jeweiligen Verteilernetze in den privaten Haushalt geliefert werden. Ausfälle gehören sicherlich zu den Ausnahmen und können in der Regel kurzfristig behoben werden. Dennoch haben die meisten Haushalte schon einmal Erfahrungen mit einem „Stromausfall“ gemacht. So können Anlagen des Stromnetzes zum Beispiel bei Tiefbauarbeiten oder Verkehrsunfällen beschädigt werden. Dauert er nur wenige Minuten bis der Schaden behoben ist, so ist dieser Zwischenfall sicherlich ärgerlich, bleibt aber normalerweise ohne ernstere Folgen.

Doch trotz aller Vorsorgemaßnahmen der Versorgungsbetriebe gibt es Situationen, in denn die Stromversorgung über Stunden oder Tage unterbrochen werden kann. Der plötzliche Wintereinbruch Ende des Jahres 2005 zeigte, dass es auch Ereignisse geben kann, welche die Infrastrukturen der Stromnetzbetreiber erheblich zerstören oder stark beeinträchtigen können. Die Schäden und die erforderlichen Reparaturen hatten damals Stromausfälle von mehreren Tagen zur Folge. Werden aufgrund von schnell fließenden Hochwassern, wie sie in Mittel- und Hochgebirgen vorkommen können, Stromnetzinfrastrukturen zerstört, so kann es Tage oder Wochen dauern, bis der elektrische Strom wieder verfügbar ist. 

Ein Stromausfall kann tief greifende Folgen haben, die weit darüber hinausgehen, dass man in der Nacht kein Licht verfügbar hat. Jedes netzbetriebene Gerät ist davon betroffen. 

Hierzu gehören Wecker, Warmwasserbereiter, Kaffeemaschine, Radio, Licht, elektrischer Herd, Telefon, Computer, Aufzüge, Geldautomaten und viele andere Dinge. Selbst Heizungen sind vielfach von der Stromversorgung abhängig, auch die Ölheizung, denn der Transport des Öls vom Tank zum Brenner, seine Einspritzung und Zündung, funktionieren mittels Strom. Auf eine Heizung kann man in unseren Breitengraden gewöhnlich für eine gewisse Zeit verzichten, doch als besonderes Risiko kann sich der Ausfall unserer Kommunikationsmedien erweisen. 

Fernsehgeräte, der Computer für den Internetzugang und die im Haushalt verfügbaren Radiogeräte können bei einem Stromausfall nicht betrieben werden. Kühl- und Gefrierschränke tauen ab und die darin gelagerten Lebensmittel verderben in kurzer Zeit. Mit einigen Stunden Verzögerung wird das Telefon-Festnetz nicht mehr zur Verfügung stehen. Stromabhängige Ladestationen mancher Mobil-Telefone fallen sofort aus. Die Mobilfunknetze sind nur kurze Zeit notstromversorgt. Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass die Mobilfunknetze bei außergewöhnlichen Ereignissen schnell überlastet sind. Im Bereich der häuslichen Pflege fallen Hilfsgeräte aus, die möglicherweise lebenswichtig sind. Dienstleistungen wie z.B. Hausnotruf und „Essen auf Rädern“ können gestört werden. 

Welche Vorbereitungen kann man treffen, um die Auswirkungen im privaten Haushalt zu reduzieren?

Hier sollte man unterscheiden, welche Maßnahmen vor, während und nach einem Stromausfall hilfreich sein können. Den Vorbereitungen kommt sicher eine besondere Bedeutung zu, da sie das Ausmaß der Beeinträchtigungen mindern können. 

VOR einem Stromausfall:

  • Um die Auswirkungen eines solchen Ereignisses für den Einzelnen zu reduzieren, sollte sich jeder Haushalt so vorbereiten, dass er einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt. Legen Sie sich ausreichende Vorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln und ggf. Babynahrung sowie Hygieneartikel an.
  • Kerzen, Taschen- oder Campinglampen (mit den erforderlichen Batterien und Gaskartuschen!) können im Ernstfall dafür sorgen, dass Sie sich zu Hause auch nach Einbruch der Dunkelheit noch sicher orientieren können.
  • Mit einem Campingkocher können kleinere Mahlzeiten hergerichtet werden und die warme Kleidung für den Winter kann in unseren Breiten für gewisse Zeit die ausgefallene Heizung kompensieren.
  • Mit Hilfe eines batteriebetriebenen Radios oder auch des Rundfunkgerätes im Auto bleiben Sie über Informationen des behördlichen Krisenstabes und der Stromversorger auf dem Laufenden. Achten Sie bei einem netzunabhängigen Radiogerät auf einen ausreichenden Vorrat an Batterien. Wieder aufladbare Akkus sind in diesem Fall nicht zu empfehlen, da sie zum Zeitpunkt des Stromausfalls aufgeladen sein müssten.
  • Der Freizeit- und Campinghandel hält eine Vielzahl von Geräten bereit, die in einer solchen Situation hilfreich sind und die mit einem Dynamo oder einer Handkurbelfunktion betrieben werden können.
  • Nutzen Sie Dienstleistungen, wie z.B. häusliche Pflegedienste. Informieren Sie sich darüber, ob und wie diese Tätigkeiten bei einem längerfristigen Stromausfall aufrechterhalten werden. Treffen Sie nötigenfalls Vorkehrungen, um Ihre pflegebedürftigen Angehörigen für einige Zeit selbst zu betreuen.
  • Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde-/Stadtverwaltung auf welche Weise während eines längerfristigen Stromausfalls Informationen an die Bürger weitergegeben werden, welche Hilfsangebote vorgesehen sind und wo Sie bei Ausfall des Telefonnetzes eine Notfallmeldung absetzen können.
  • Stellen Sie für den Notfall Löschmittel bereit, zum Beispiel Feuerlöscher, Wasserschlauch, Löschdecke usw.

Hinweis zu Notstromaggregaten 

Mit einem eigenen kleinen Notstromgerät können z. B. Wasserkocher, Kabellampe, Heizlüfter, usw. betrieben werden. Bedenken Sie jedoch den Standort des Stromaggregates. Aufgrund der giftigen Abgase des Verbrennungsmotors muss das Stromaggregat im Freien stehen. Für die Kabelführung offen gehaltene Türen oder Fenster können im Winter zum Auskühlen der Wohnung führen. Je nach Wohnsituation kann es durch Stromaggregate zu erheblichen Lärmbelästigungen kommen. Empfindliche elektronische Geräte wie z.B. Steuerungsanlagen und Computer können, je nach Ausführung des Stromaggregates, Schaden nehmen. Beim Anschluss eines eigenen Notstromaggregates an das Hausnetz ist äußerste Vorsicht geboten. Der Anschluss hierfür darf nur von einer Elektrofachkraft eingerichtet werden und muss gegebenenfalls vom Stromnetzbetreiber genehmigt werden. 

WÄHREND eines Stromausfalls:

Schalten Sie alle Stromabnehmer, mit Ausnahme des Radios oder einer Lampe, ab. Bleiben die Geräte alle eingeschaltet, kann dies zu einem erneuten Zusammenbruch der Stromversorgung führen, wenn diese wieder aufgenommen wird, da das Netz dann überlastet werden kann. Wenn Ihr „Stromkontrollgerät“ wieder funktioniert, können Sie die anderen Stromabnehmer nacheinander wieder einschalten.

Informationen zum Stromausfall und dessen mögliche Dauer erhalten Sie von Ihrem Stromnetzbetreiber.

Sofern das Telefon in Betrieb ist:

  • Die Notrufnummern von Polizei (110) und Feuerwehr (112) dienen ausschließlich der Meldung von Notfällen.
  • Die Betroffenheit von einem Stromausfall an sich ist kein Notfall! Bei vergangenen Stromausfällen wurden die Notrufnummern häufig zu Auskunftszwecken angewählt, was zu einer Überlastung des Notrufs und in Einzelfällen zu Verzögerungen bei der Entgegennahme realer Notfälle führte.
  • Beschränken Sie das Telefonieren bitte auf das Nötigste.
  • Bei länger anhaltenden Stromausfällen werden die Feuerwehren der betroffenen Gemeinden über die Rettungsleitstellen alarmiert und besetzen die Gerätehäuser, die über Funk und Notstrom verfügen. Innerhalb der Kommunen werden Anlaufstellen eingerichtet, an die sich der Bürger im Notfall wenden und ärztliche Hilfe anfordern kann. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf Hinweise im Radio (Regionalsender, UKW).

Erhöhtes Brandrisiko bei Stromausfall: 

  • Werden bei einem Stromausfall gasbetriebene Heiz- und Lichtquellen, Kerzen und dergleichen betrieben, besteht ein erhöhtes Brandrisiko bei unsachgemäßem Umgang mit diesen Geräten oder bei deren unbeaufsichtigtem Betrieb. Batteriebetriebene Rauchmelder, die heute in jeder Wohnung installiert sein sollten, schaffen hier ein Mehr an Sicherheit.
  • Bei der vorsorglichen Beschaffung von gasbetriebenen Heizquellen sollte darauf geachtet werden, dass Sicherheitsvorkehrungen, wie z.B. eine Sauerstoffmangelsicherung, bei dem Gerät vorliegen.
  • Bei der Verwendung von offenen Flammen in Innenräumen, wie z.B. Kerzen und Gasflammen, muss auf eine ausreichende Lüftung geachtet werden.
  • Schalten Sie sofort nach Eintritt des Stromausfalls alle elektrischen Wärmegeräte wie Herd/Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und -lüfter, ab. So verhindern Sie den unkontrollierten Betrieb dieser Geräte beim Wiederkehren des Stroms.

Stromschlaggefahr bei Hochwasser: 

  • Eine wichtige Maßnahme bei drohendem Hochwasser: Sichern Sie Heizung und elektrische Geräte in bedrohten Räumen, beziehungsweise schalten Sie die Sicherung ab – Stromschlaggefahr!
  • Zum Schutz der im Hochwassergebiet verbliebenen Personen sowie der Stromversorgungsanlagen setzen die regionalen Stromanbieter die Lieferung in die überschwemmten Gebiete aus. Dies geschieht für die Dauer des Hochwassers und der anschließenden Reinigung der Stromversorgungsanlagen im Hochwassergebiet.
  • Dennoch gilt: Sind elektrische Anlagen wie z.B. Anlagen des öffentlichen Stromnetzes, Hausverteilungen, Schalter, Steckdosen, elektrische Geräte die an das Hausnetz angeschlossen sind, überschwemmt, dürfen diese nicht berührt werden. Ebenso sollten überschwemmte Räume, in denen sich diese Geräte befinden, nicht betreten werden. Es besteht möglicherweise Lebensgefahr!

NACH einem Stromausfall:

  • Schalten Sie ihre Geräte nur nacheinander wieder ein und beschränken Sie sich zunächst auf die unbedingt erforderlichen.
  • Schalten Sie keine Geräte ein, die sich in Räumen befinden, die Feuchtigkeit ausgesetzt waren.
  • Überprüfen Sie die Lebensmittel in Kühlschrank und Tiefkühltruhe. Angetaute Lebensmittel könnten ungenießbar geworden sein.
  • Beachten Sie, dass ein Stromausfall die Einstellungen von elektrischen Geräten beeinflusst haben kann. Kontrollieren Sie daher Uhren, Wecker, Kochherd, Aquarium oder andere Geräte mit Zeitautomatik
  • Ergänzen Sie bei nächster Gelegenheit die verbrauchten Vorräte.

Weitere Angebote:

Titelblatt "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" Titelblatt "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen", Ratgeber (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Ti­tel­blatt "Rat­ge­ber für Not­fall­vor­sor­ge und rich­ti­ges Han­deln in Not­si­tua­tio­nen"

 

Allgemeine Hinweise zum Thema „Stromausfall“ finden Sie in unserer Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“, die über die Möglichkeiten privater Notfallvorsorge und das richtige Verhalten in Notsituationen informiert:

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

Ansprechpartner:

Da das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nur allgemeine Informationen geben kann, empfehlen wir Ihnen, sich bei ihrem regionalen Stromanbieter und Ihrer Kommune über entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu erkundigen.


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