Ausfälle der Wasserversorgung
Hohe technische Standards und Redundanzen als Basis unserer Trinkwasserversorgung
Dank hoher technischer Standards, dezentraler Versorgungsstrukturen sowie eines guten Zustands von Anlagen und Netzen kommt es in Deutschland selten zu langanhaltenden und großflächigen Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung. Dies liegt auch an den Vorhaltungen von zusätzlichen Kapazitäten und Redundanzen, auf die in Störungs- und Notfällen zurückgegriffen werden kann.
Gefahren für die Wasserversorgung
Dennoch stellen naturbedingte Risiken, zum Beispiel extreme Naturereignisse und Wetterlagen, aber auch sicherheitspolitische Risiken und kriminelle Handlungen insbesondere im Bereich der Cybersicherheit, neue Herausforderungen an die Wasserversorgung.
Insbesondere Extremwettereignisse als Folge des Klimawandels, hier Hochwasser oder Starkregen, dort Trockenheit oder Dürre, haben in den vergangenen Jahren die Verletzlichkeit von Infrastruktursystemen im Sektor Wasser deutlich gemacht.
Die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal
Ein Beispiel hierfür war die Flutkatastrophe 2021, bei der es infolge extremer Niederschläge zu erheblichen Schäden der Kritischen Infrastrukturen in allen Sektoren kam. Besonders betroffen waren die leitungsgebundenen Infrastrukturen, u. a. in der Energie- und Wasserversorgung, letztere durch die Zerstörung oder Verunreinigung der Wasserversorgungsanlagen sowie Teilen des Leitungsnetzes und aufgrund der Abhängigkeit zur betroffenen Energieversorgung. Eine Ersatz- oder Notwasserversorgung musste eingerichtet werden, um die Menschen über mehrere Wochen mit hygienisch unbedenklichem Trinkwasser zu versorgen.
In den betroffenen Kommunen kann dadurch ein Bedarf an Notstromaggregaten, Trinkwasserbehältern und Wassertransportkapazitäten entstehen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (kurz: BBK) möchte knapp die potentiellen Möglichkeiten und Ressourcen sowie Ansprechpartner zur Herstellung einer Ersatzversorgung auflisten:
Potentielle Ansprechpartner mit Ressourcen zur Ersatzversorgung
Technisches Hilfswerk
Möglichkeiten zu Förderung, Lagerung, Transport, Verteilung, Aufbereitung, Bau und Instandsetzung
Bundeswehr
Möglichkeiten zu Förderung, Lagerung, Transport, Verteilung, Aufbereitung
Feuerwehr
Möglichkeiten der grundsätzlichen Unterstützung. Vereinzelt Möglichkeiten für Transport und kurzfristige Lagerung von Wasser.
Bundespolizei
Möglichkeiten zu Transport, Verteilung und Aufbereitung (Beispiele: Aufbereitungsanlagen, Wasserwerfer, Wassertransportbehälter)
Hilfsorganisationen
Einige Hilfsorganisationen verfügen über Möglichkeiten zu Förderung, Lagerung, Transport, Verteilung und Aufbereitung von Wasser. Beispielhaft ist hier die Landesverstärkung Hessen des Deutschen Roten Kreuzes mit dem Konzept Trinkwasser 5.000 zu nennen.
Private Unternehmen
Insbesondere Getränkeproduzenten haben ein großes Potential an Transportmöglichkeiten und der schnellen Desinfektion.
Mögliche Ressourcen
- Mobile Aufbereitungsanlagen
- Mobile Leitungen
- Trinkwassertransportfahrzeuge
- Trinkwasserspeicherbehälter
- Abfüllanlagen und abgepacktes Wasser
- Gruppenzapfstellen
- Notbrunnen
Weiterführende Hinweise
Weiterführende Hinweise zur Notfallbewältigung in der Wasserversorgung, insbesondere auch Unterstützungspotenziale des Bundes, der Einsatzorganisationen und der Kommunen, finden Sie in der folgender Fachinformation des BBK: