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Das Zivilschutzzeichen

Das blaue Dreieck auf orangefarbenem Grund

Wie das internationale Zivilschutzzeichen auszusehen hat, regelt das Datei ist nicht barrierefrei Gesetz zur Änderung des Anhangs I des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Rotkreuz-Abkommen von 1949 (PDF, 5MB) vom 17. Juli 1997 (BGBl. II, S. 1366).

Das internationale Schutzzeichen des Zivilschutzes ist ein gleichseitiges blaues Dreieck auf orangefarbenem Grund.

Das internationale Schutzzeichen muss eine den Umständen angemessene Größe besitzen. Das Zeichen wird nach Möglichkeit auf einer glatten Fläche oder auf Fahnen angebracht, die nach möglichst allen Seiten und möglichst weithin sichtbar sind.

Wie entstand diese Form und warum wurden die Farben Blau und Orange gewählt?

Meeting of experts 1973 proposals Meeting of experts 1973 proposals, Meeting of experts 1973 proposals (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Mee­ting of ex­perts on an in­ter­na­tio­nal dis­tinc­ti­ve sign for ci­vil ser­vices, Ge­ne­va, 22-26 Ja­nu­a­ry 1973 : pro­po­sals

Die Entwürfe der Zusatzprotokolle zu den Genfer Abkommen wurden von 1974 bis 1977 in Genf erarbeitet. Die Diplomatische Konferenz über die Neubestätigung und Weiterentwicklung des in bewaffneten Konflikten anzuwendenden Völkerrechts tagte in vier Sitzungsperioden. Dabei wurden Ausschüsse, Unterausschüsse und Expertengruppen gebildet, darunter auch die Expertengruppe Zivilschutzzeichen, die bereits 1973 vom Internationalen Roten Kreuz einberufen worden war und in der Vertreter aus acht Staaten mitarbeiteten. Der Vertreter des Bundesinnenministeriums bei den Verhandlungen in Genf war Ministerialrat Josephi, der im Beitrag von Horst Pieper aus dem ZS-Magazin 1977, Heft 9, Seite 4-6 mit der Aussage zitiert wird: " ... dabei legen wir großen Wert darauf, die Festlegung eines Zivilschutzzeichens mit internationaler Anerkennung zu erreichen".

Die Expertengruppe tagte vom 22-26 Januar 1973 in Genf und stellte folgende Kriterien für das Zeichen auf: leicht erkennbar, einfache geometrische Form, von den vorhandenen Schutzzeichen unterscheidbar, aus zwei Farben bestehend und aus größerer Entfernung erkennbar. Laut dem Kommentar zu den Zusatzprotokollen (Commentaire des Protocoles additionnels, ed. Yves Sandoz et.al, Genf, 1986) wurden etwa 50 Vorschläge geprüft. Das blaue Dreieck auf orangefarbenem Grund wurde laut Angaben von Erik Schultz in 'Civil Defence in International Law' von Dänemark eeingebracht. Der Diplomatischen Konferenz wurden schließlich zwei Alternativen unterbreitet: das blaue Dreieck und zwei parallele blaue Streifen jeweils auf hellorangem Hintergrund. Ein Unterausschuss für Technische Angelegenheiten sprach sich während der dritten Sitzungsperiode für das Dreieck aus.

Der Vertreter des Internationalen Verbandes der Seezeichenverwaltung führte Argumente gegen das helle Orange auf. Während der dritten Sitzungsperiode 1976 plädierte der Vertreter der Internationalen Zivilschutz-Organisation (International Civil Defence Organization) in Anlehnung an das Zeichen für Sanitäts- und Sicherheitszonen aus Artikel 6 (1) des IV. Genfer Abkommens für zwei rote Streifen auf gelbem Hintergrund. Dieses Farbmuster wurde jedoch schon für den Anstrich von Leuchttürmen verwendet.
Nach einer kontroversen Debatte im Ausschuss II während dessen 89. Sitzung am 6. Mai 1977 fiel die Entscheidung. Das Protokoll der Redebeiträge in englischer Sprache finden Sie hier.
In der anschließenden Abstimmung setzte sich der Vorschlag mit dem Dreieck ganz knapp mit 31 Stimmen gegen 28 bei 8 Enthaltungen durch.

Zivilschutz-Zeichen rundZi­vil­schutz-Zei­chen rund 1982

Die blaue und die orange Farbe wurden nach Sichtbarkeits-Tests ausgewählt. Außerdem bilden die Farben auch unter Infrarotlicht einen ausreichenden Kontrast, so dass die Form des Zeichens erkennbar bleibt.
Weitere Einzelheiten, die 1977 im Artikel 15 (2) Anhang I des Zusatzprotokolls I festgelegt wurden:

"Es wird empfohlen,
a) dass, wenn sich das blaue Dreieck auf einer Fahne, einer Armbinde oder einer Brust- bzw. Rückenmarkierung befindet, diese den orangefarbenen Hintergrund bilden,
b) dass eine Spitze des Dreiecks senkrecht nach oben zeigt,
c) dass keine Spitze des Dreiecks bis zum Rand des orangefarbenen Grundes reicht."

In Anlehnung an Artikel 66 des Zusatzprotokolls I erließ der Bundesminister des Innern am 26. Mai 1982 die "Festsetzung des allgemeinen Kennzeichens für den Zivilschutz", die im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl.) auf Seite 306 bekannt gegeben wurde. Ein kreisförmiger orangefarbener Hintergrund wurde zugelassen, wenn das Zivilschutzzeichen an einem nicht orangefarbenen Gegenstand angebracht war. Die Farben des Zivilschutz-Zeichens wurden nach RAL bezeichnet: Orange ist RAL 2004 und Blau ist RAL 5015.
Diese Anordnung ist mittlerweile "als suspendiert anzusehen" (BMI-Erlass vom 24. Juli 1987). Neuere Regelungen wurden bisher nicht erlassen, so dass das oben genannte Gesetz von 1997 die Rechtsgrundlage darstellt.

Rund gab es schon früher

Bereits sieben Jahre vor dem Beginn der Arbeiten am Zusatzprotokoll I gab des Bundesministerium des Innern im Gemeinsamen Ministerialblatt die "Einführung eines allgemeinen Zeichens für den Zivilschutz" bekannt (Bekanntmachung vom 25.01.1966, Aktenzeichen VII A 1 - 741 001/2, GMBl. 1966, Seite 101 mit Beiblatt). Das blaue Dreieck enthält die Abkürzung ZS für Zivilschutz und der Hintergrund ist gelb. Anders als in der Fassung von 1982 berühren die Spitzen des Dreiecks den Rand.

Dieses Zeichen wurde auf Fahrzeugen des Zivilschutzes und als Ärmelabzeichen auf der Einsatzbekleidung angebracht. Genaue technische Details dazu lieferten die Vorläufigen Technischen Lieferbedingungen VTL 8455-002 sowie VTL 9905-001 aus dem Jahre 1966.


ZB-Zeichen GMBl. 1960 ZB-Zeichen GMBl. 1960, ZB-Zeichen GMBl. 1960 (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)ZB-Zei­chen GM­Bl. 1960

Das gleichseitige Dreieck in einem Kreis wurde bereits 1960 als Zeichen für den Luftschutzhilfsdienst (LSHD) eingeführt und enthielt damals die Abkürzung ZB für 'Zivilen Bevölkerungsschutz'. Die Bekanntmachung des BMI vom 25.11.1960 ist im Gemeinsamen Ministerialblatt 1960 auf Seite 522 abgedruckt. Das sogenannte ZB-Zeichen wurde als Aufnäher an LSHD-Uniformen in Verbindung mit Dienststellungsabzeichen oder auf Armbinden verwendet.

Gleichseitiges Dreieck in einem Kreis als Zeichen des Zivilschutzes - Importiert aus den USA?

Die 1972 in den USA gegründete Defense Civil Preparedness Agency, die aus dem Office of Civil Defense hervorgegangen ist, verwendete als Logo ein blaues Dreieck in einem orangefarbenen Kreis mit blauem Rand. Dieses Symbol sieht dem deutschen ZB-Zeichen sehr ähnlich und die Vermutung liegt nahe, dass die Bundesrepublik ihr Zivilschutzzeichen in Anlehnung an das US-Muster entwickelt hat. In dem Bericht über die Reise zum Studium der Zivilverteidigung in den Vereinigten Staaten vom 15. Mai bis zum 9. Juni 1954, der von Mitarbeitern verschiedener deutscher Bundes- und Landesministerien verfasst wurde, ist kein Hinweis darauf zu finden. Die Teilnehmer der Dienstreise hatten aber sicherlich mehrfach Gelegenheit, in den USA das Zivilschutzzeichen zu sehen und auf Broschüren oder Plakaten mitzunehmen.

US Civil Defense SignUS Ci­vil De­fen­se Sign

Das Zivilschutzzeichen der USA aus den Zeiten des Kalten Krieges sah jedoch so aus: in einem dunkelblauen Kreis befindet sich ein weißes Dreieck mit den roten Buchstaben CD für Civil Defense. Als Aufkleber für die Ausstattung des US-Zivilschutzes wurde das Zeichen auf gelbem Grund angebracht. Die Geschichte dieses Civil Defense-Zeichens der USA lässt sich bis 1939 zurückverfolgen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es beispielsweise auf Postern des US-Zivilschutzes verwendet.

Die New York Times (NYT) veröffentlichte am 1. Dezember 2006 eine "Todesanzeige" des CD-Zeichens, weil der US-Katastrophenschutzverband zusammen mit der FEMA und dem Department of Homeland Security ein neues Logo für den Katastrophenschutz vorgestellt hatten. In dem NYT-Artikel wird als Gestalter des CD-Zeichens der Künstler Charles T. Coiner (1898-1989) genannt, der Art Director der N. W. Ayer Werbeagentur war. Das erste Foto des Künstlers auf der Internetseite des American Institute of Graphic Arts zeigt die Entwürfe des CD-Zeichens auf dessen Zeichentisch. Gemäß dem Manual of Civilian Protection von 1941 gab das Office of Civil Defense (OCD) den Auftrag für den Entwurf des CD-Zeichens. Der Leiter der Ausbildungsabteilung des OCD, Oberst Walter P. Burn, ließ das Zeichen im Auftrag des Amtes patentieren. Eine Kopie der Patentschrift von 1941 finden Sie hier Patent US CD Sign. Das CD-Zeichen mit dem Hinweis auf die Patentierung fanden Eingang in das Federal Civil Defense Act of 1950 und zwar in Abschnitt 204 Identity Insignia. Darin wird die Herstellung, der Besitz und das Tragen der Abzeichen, Armbinden oder Erkennungszeichen des Zivilschutzes, deren Muster 1941 patentiert worden war, gesetzlich festgelegt. Die verschiedenen Einheiten und Einrichtungen des Zivilschutzes erhielten individuelle Abzeichen. Genaue Regelungen zu Farben, Form und Verwendung des CD-Zeichens wurden in den Federal Regulations getroffen. In Titel 44 Emergency Management and Assistance gab es den Teil 306 Official Civil Defense Insignia. Den gesamten Text dieses Teils mit Stand 1996 finden Sie hier Code of Federal Regulations Auszug. In einer älteren Fassung des Artikels 'Civil Defense' in der englischsprachigen Wikipedia wurde zur Bedeutung des Dreiecks aus dem CD-Zeichen erwähnt, dass es die dreistufige Zivilschutzstrategie unterstreichen sollte, die in den USA aus lokalen, staatlichen und bundesstaatlichen Elementen bestand.

Das Zivilschutzzeichen in der Praxis in Deutschland

Die drei staatlichen Ebenen Bund/Länder/Gemeinden sind für den Bevölkerungsschutz in Deutschland bis heute maßgebend, so dass das blaue Dreieck auf orangefarbenem Grund auch aus symbolischer Sicht ein passendes Logo des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe darstellt.









Zivilschutzzeichen auf einer BBK-Jacke Zivilschutzzeichen auf einer BBK-Jacke, Zivilschutzzeichen auf einer BBK-Jacke (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Das Zi­vil­schutz­zei­chen auf ei­ner Dienst­ja­cke des BBK Quelle: BBK

Das Zivilschutzzeichen findet auch als Erkennungszeichen Anwendung auf der Jacke der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BBK bei Veranstaltungen im In- und Ausland.









Zu sehen ist das Zivilschutzzeichen auf der Unterseite der Zivilschutz-Hubschrauber des Bundes und auf der Fassade einiger Schutzräume.








Literatur zum Thema finden Sie in der FIS.


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