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Berliner Straßenbrunnen

In vielen Straßen Berlins befinden sich die berühmten "Berliner Straßenbrunnen", die auch ein Teil des typischen Berlins sind. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts dienten diese Brunnen ausschließlich zur Trinkwasser- und Löschwasserversorgung der Berliner Bevölkerung. Im Jahre 1856 wurde die erste öffentliche Wasserleitung in Betrieb genommen. Bald wurden die Brunnen nur noch für Löschwasserzwecke verwendet. Zu diesem Zeitpunkt gab es immerhin schon über 900 dieser Straßenbrunnen.

Trotz der Inbetriebnahme der Wasserleitung hat sich die Zahl der Brunnen in der Folgezeit noch weiter erhöht. Vor Ausbruch des 2. Weltkrieges sind in Berlin 1.065 Feuerlöschbrunnen registriert.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass sich diese Brunnen in hervorragender Weise in den Jahren 1943 bis 1945, als sich die Luftangriffe auf die Stadt verstärkten, bewährten. Im Jahr 1945, als 12 Tage lang anhaltender Kampf in den Straßen tobte, versorgten sich aus diesen Brunnen sowohl die in Trümmern lebende Bevölkerung (damals 2,8 Mio. Menschen) als auch die Soldaten der Streitkräfte beider Seiten mit Wasser. Unzählige Menschen haben - dank der vorhandenen Brunnen - damals überleben können.

Heute sind in Berlin 2.107 Straßenbrunnen erfasst. Davon wurden mit Mitteln des Bundes 912 erstellt bzw. hergerichtet.

In Berlin durchgeführte Versuche sowie die dort gemachten Erfahrungen mit den Straßenbrunnen führten u. a. auch zu der Erkenntnis, Brunnen verstärkt mit Handpumpen zu betreiben, soweit die Förderhöhe und die Brunnenleistung es zuließ. Diese Brunnen sind einfach im technischen Aufbau und robust in der Wartung und der mechanischen Sicherheit. Weil sie zum Betrieb kein Strom benötigen, sind sie "rund um die Uhr" betriebsbereit und für viele Menschen sogar "direkt vor der Haustür".