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Zivil-Militärische Zusammenarbeit

Der Begriff Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ; engl. civil-military cooperation, CIMIC) beschreibt das Zusammenwirken von staatlichen oder nichtstaatlichen zivilen Organisationen mit denen der militärischen Verteidigung im Bereich der Landesverteidigung, in der Gefahrenabwehr oder bei Auslandseinsätzen des Militärs. Dies umfasst alle Planungen, Vereinbarungen, Maßnahmen, Kräfte und Mittel, welche die Beziehungen zwischen militärischen Institutionen und zivilen Organisationen und Behörden sowie der Zivilbevölkerung unterstützen, erleichtern oder fördern. Dies betrifft auch die Einbindung der gewerblichen Wirtschaft, sofern deren Aufgaben Belange kritischer Infrastrukturen berühren.

Dazu gehören im Inland beispielsweise Vorsorge- und Versorgungsmaßnahmen für die Zivilbevölkerung und die Streitkräfte im Spannungs- oder Verteidigungsfall, die Beteiligung der Streitkräfte am Katastrophenschutz, insbesondere durch Unterstützung der zivilen Hilfsorganisationen bei Großschadensereignissen und Gefahrenlagen, sowie die Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften und zivilen Behörden in den Bereichen Gesundheitswesen, Umweltschutz, Raumordnung, Infrastruktur und Kampfmittel-beseitigung.

Effiziente Landesverteidigung erfordert verlässliche regionale Strukturen sowie Zivil-Militärische Zusammenarbeit bei Nutzung vorhandener Kapazitäten. Das Konzept der zivilen Verteidigung wird vor diesem Hintergrund fortentwickelt und das Konzept der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit weiter ausgebaut. Mit der Neuorganisation der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit der Bundeswehr wurden feste Verbindungsorgane zu den zivilen Einrichtungen und Behörden eingerichtet, die einen Hilfseinsatz leiten.

Das BBK fördert, intensiviert und koordiniert im Rahmen seiner Beratungs- und Unterstützungsfunktionen die nationalen und internationalen Netzwerke der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit auf allen staatlichen Ebenen sowie mit den zivilen Hilfsorganisationen und koordiniert insbesondere die Kommunikation und Kooperation mit den Betreibern kritischer Infrastrukturen.

Im Kontext internationaler Militäreinsätze umfasst die Zivil-Militärische Zusammenarbeit insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Militär und zivilen Kräften und die Durchführung ziviler Projekte durch ausländische Truppen beim Wiederaufbau von Infrastruktur. Innerhalb der NATO werden die Befähigungen beim Civil-Military Cooperation Centre of Excellence (CCOE) gesammelt und gelehrt.

Zur Stärkung der Reaktions- und Einsatzfähigkeit der EU im zivilen und militärischen Bereich wird national mittelfristig ein ständiges zivil-militärisches operatives Hauptquartier und damit eine zivil-militärische Planungs- und Führungsfähigkeit angestrebt, die in dieser Weise noch nicht in den EU-Mitgliedstaaten vorhanden ist. (vgl. Weißbuch 2016, Kapitel 4.2, S. 74)


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