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Sicherungsverfilmung

Fakten und Zahlen zur Sicherungsverfilmung

Mikrofilm, 35 mm (Sicherungsfilm)

Die Vernichtung oder der Verlust kulturhistorisch bedeutsamer Urkunden und Dokumente bedeutet unwiederbringlichen Schaden. Die Archivalien sind deswegen gegen jede Art von Beschädigung oder Zerstörung besonders schutzbedürftig. Die Menge der Archivalien und deren zufällige Standorte lässt jedoch bei Katastrophen- beziehungsweise Gefahrenlagen eine Auslagerung in nennenswertem Umfang in aller Regel nicht zu, da die hierfür erforderlichen Bergungsräume kaum vorhanden sind. Aus diesem Grunde ist die Sicherungsverfilmung eine technisch und wirtschaftlich vertretbare Alternative, um große Mengen von Archivgut zu sichern.

Seit 1961 werden die Archivalien des Bundes und der Bundesländer zu Sicherungszwecken mikroverfilmt. Die Verfilmung ist eine Bundesaufgabe im Rahmen des Zivilschutzes, die der Bund selbst und die Länder im Auftrag des Bundes ausführen. In Verfilmungsstellen, die beim Bundesarchiv, beim Geheimen Staatsarchiv und bei bestimmten Landesarchiven eingerichtet worden sind, werden die Archivalien nach bundeseinheitlich definierten Auswahlkriterien und unter Einhaltung festgelegter technischer Standards durch Fachpersonal auf Mikrofilm sicherungsverfilmt.

Die Sicherungsfilme werden unter den strengen Qualitätsanforderungen der "Grundsätze zur Durchführung der Sicherungsverfilmung von Archivalien / TA SiVerf" produziert. Sie werden im Zentralen Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland in Oberried bei Freiburg im Breisgau so eingelagert, dass sie einen bewaffneten Konflikt oder eine Naturkatastrophe überdauern und im Falle eines unwiederbringlichen Verlustes an die Stelle des originalen Archivguts treten können.

Archivgut stellt bereits eine ganz enge Auswahl des historischen sowie des aktuellen, von Behörden, Verbänden oder Privatpersonen verfassten Schriftgutes dar. Ins Archiv gelangt nur Schriftgut von sehr hoher Bedeutung. Aus finanziellen Gründen richtet sich die Abfolge der Sicherung von Archivalien nach Dringlichkeitsstufen.

Mit Sicherungsfilmen bestückte Edelstahlbehälter lagern im Barbarastollen in Oberried

Derzeit werden nur Archivalien der höchsten Dringlichkeitsstufe 1 verfilmt. Dadurch ist sichergestellt, dass nur Archivgut von besonderer Aussagekraft über die Kultur und die Geschichte des deutschen Volkes in die Sicherungsverfilmung einbezogen wird. Aussagekräftig sind jedoch nicht so sehr einzelne wertvolle, weithin bekannte Urkunden und Schriftstücke. Mindestens ebenso bedeutend sind die Archivalien, denen zunächst nichts exzeptionelles anhaftet, die aber im historischen Zusammenhang wichtige politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen und Zustände unseres Volkes zu dokumentieren vermögen.

Beispiele verfilmter Archivalien:

  • Vertragstext des Westfälischen Friedens nach dem Dreißigjährigen Krieg vom 24. Oktober 1648
  • die “Goldene Bulle” von 1213
  • die Bannandrohungsbulle von Papst Leo X gegen Martin Luther vom 15. Juni 1520
  • Krönungsurkunde Ottos des Großen von 936
  • Baupläne des Kölner Doms


Grundsätze zur Durchführung der Sicherheitsverfilmung von Archivalien : Bek. d. BMI v. 13.05.1987 - ZV 1 M 325 100-213. -
In: Gemeinsames Ministerialblatt / hrsg. vom Bundesministerium des Innern. - 38 (1987), H. 16, S. 284 - 292

Um die Bedeutung der Sicherungsverfilmung hervorzuheben, wurde beim Archivtag 2013 in Saarbrücken die Initiative "Medium Film nutzen!" gestartet. Diese Initiative wurde mit der Saarbrücker Erklärung veröffentlicht.


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