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Wasser

Wasserversorgungsunternehmen je Kreis (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Wasserversorgungsunternehmen je Kreis (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster), Wasserversorgungsunternehmen je Kreis (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)

Ausreichend vorhandenes Trinkwasser ist die Grundlage für das reibungslose Funktionieren eines Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Denn Wasser dient nicht nur als wichtigstes Lebensmittel für Mensch und Tier, sondern ist zudem sowohl Produktionsmittel für die Nahrungsmittelindustrie als auch ein wichtiger Bestandteil zur Erhaltung der Hygiene. Wir benötigen also ausreichend Wasser in einer entsprechend hohen Qualität.

Deutschland hat im europäischen Vergleich einen hohen Standard in der Trinkwasserversorgung. Von den etwa 6.000 Wasserversorgungsunternehmen sind neben wenigen großen - meist privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen - die Mehrzahl kleinere Wasserversorger. Diese werden oftmals von der Kommune selbst betrieben. Anforderungen an die Trinkwasserqualität sind durch die Trinkwasserverordnung rechtlich festgeschrieben.

Außergewöhnliche Ereignisse, wie Naturkatastrophen unterschiedlichster Art (z.B. Hochwasser, Erdbeben oder extreme Trockenperioden, Unfälle im Einzugsgebiet von Wassergewinnungsanlagen usw.) können die Kritische Infrastruktur Wasserversorgung in ihrer Funktionstüchtigkeit beeinträchtigen oder so stark stören, dass sie abgeschaltet werden muss oder gar von selbst ausfällt. Eine hohe Verwundbarkeit gegenüber Extremereignissen besteht sowohl für einzelne Komponenten als auch für das Gesamtsystem Wasserversorgung.

So betraf die Zerstörung durch die Hochwasserfluten im August 2002 in großen Umfang Anlagen und Einrichtungen der Wasserversorgung. Die Auswirkungen der Hochwasserereignisse waren abhängig von der genutzten Rohwasserressource, der Art und Lage der Fassungsanlagen sowie dem Umfang der Zerstörung von Anlagen und Leitungsnetzen. Gefährdet sind demnach alle Teile des Wasserversorgungssystems, d.h. die Wassergewinnung, Aufbereitung, Speicherung und Verteilung.

Der Hitzesommer 2003 hingegen ging u.a. in Deutschland einher mit einer langen Trockenperiode, durch die es zu einer Anreicherung von Mikroorganismen in vereinzelten Oberflächengewässern in Deutschland, die als Trinkwasserressource genutzt wurden, kam.

Die Wasserversorgung zeichnet sich durch eine hohe Abhängigkeiten mit und von anderen Kritischen Infrastrukturen aus. So ist ihre Funktionstüchtigkeit von einer intakten Stromversorgung abhängig, da Energie für verschiedene Teilbereiche, wie Pumpen und Netzdruckanlagen, benötigt wird. Ein Ausfall oder einer massiven Einschränkung der Wasserversorgung kann wiederum die Abwasserentsorgung und das Gesundheitswesen massiv beeinträchtigen.

In Deutschland stehen verschiedene Ressourcen zur Notfallvorsorge in der Wasserversorgung zur Verfügung. Hier sind beispielhaft Verbundsysteme der Wasserversorgungsunternehmen, mobile Trinkwasseraufbereitungsanlagen Trinkwassertransportfahrzeuge sowie Notbrunnen zu nennen.

Um die Wasserversorgung im Verteidigungsfall sicherzustellen, ist 1965 das Wassersicherstellungsgesetz (WasSG) in Kraft getreten. Vor dem Hintergrund dieses Gesetzes wurde mehr als 5.200 Notbrunnen errichtet. Mehr zum Thema Wassersicherstellung finden Sie hier.

Sicherheit der Trinkwasserversorgung; Praxis im Bevölkerungsschutz Band 15 , Deckblatt Sicherheit der Trinkwasserversorgung; Praxis im Bevölkerungsschutz Band 15 , Deckblatt , Sicherheit der Trinkwasserversorgung (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)

Literatur zur Sicherheit der Wasserversorgung:

DIN EN 15975-1 und DIN EN 15975-2 Sicherheit der Trinkwasserversorgung - Leitlinien für das Risiko- und Krisenmanagement - Teil 1: Krisenmanagement und Teil 2: Risikomanagement

Das Thema Sicherheit in der Wasserversorgung ist in der DIN EN 15975-1 (ehemals DVGW Hinweis W 1002 Krisenmanagement) sowie in der DIN EN 15975-2 (ehemals DVGW Hinweis W1001 Risikomanagement) aufgenommen worden.

An der Erarbeitung dieser Hinweise war das BBK beteiligt. Über diese Normen wird u.a. im Rahmen der Seminare Notfallvorsorge in der Öffentlichen Wasserversorgung I und II an der AKNZ informiert.

„Sicherheit der Trinkwasserversorgung – Teil I: Risikoanalyse“:
Weitere Informationen zum Thema Wasserversorgung als Kritische Infrastruktur finden Sie u.a. im Band 15 der Reihe Praxis im Bevölkerungsschutz „Sicherheit der Trinkwasserversorgung – Teil I: Risikoanalyse“ sowie in Band 12 der Reihe „Forschung im Bevölkerungsschutz“ des BBK mit dem Titel „Vulnerabilität der Kritischen Infrastruktur Wasserversorgung gegenüber Naturkatastrophen“.

Projekte zur Sicherheit in der Trinkwasserversorgung:

Notfallvorsorgeplanung in der Wasserversorgung II (NoWa II): Projektpartner Universität der Bundeswehr in München, Laufzeit 2017-2018

Identifizierung Kritischer Infrastrukturen und Entwicklung einer Methodik zur räumlichen Kritikalitätsanalyse für die leitungsgebundene Trinkwasserversorgung (KRITIS-GIS-T), Laufzeit 2017-2020