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Warnung der Bevölkerung vor großflächigen radiologischen Gefahrenlagen im Verteidigungsfall

Radiologische Gefahren können im Verteidigungsfall aus Atom-Waffeneinsätzen, durch Angriffe auf Nuklearanlagen im Bundesgebiet oder durch driftenden Fallout aus Atom-Waffeneinsätzen außerhalb des Bundesgebietes entstehen.

Die Erfassung der großräumigen radiologischen Situation erfolgt im Frieden durch das Gamma- Ortsdosisleistungs- Messnetz (ODL- Messnetz), das das Bundesamt für Strahlenschutz als Aufgabe gemäß Strahlenschutzvorsorgegesetz betreibt. Diese friedensmäßig bestehenden Strukturen werden auch für die Warnung der Bevölkerung im Verteidigungsfall genutzt.

Die Warnzentrale in Bonn koordiniert im Verteidigungsfall die Warnung vor Luftgefahren. Sie verfügt über entsprechende Kommunikationsverbindungen zu den Lagezentren von Bund und Ländern. Da die Warnzentrale Bonn über diese Möglichkeiten zur Warnung vor akuten Luftgefahren verfügt, bietet es sich aus technischer, fachlicher und wirtschaftlicher Sicht an, auch Warnungen zu radiologischen Gefahren über diese Stelle abzugeben. Hierzu ist in der Warnzentrale Bonn neben dem vorhandenen Kommunikationsrechner eine rechnergestützte ABC- Analyse- Stelle eingerichtet.

Im Verteidigungsfall betreibt das Bundesamt für Strahlenschutz das Integrierte Mess- und Informationssystem (IMIS) einschließlich des ODL- Messnetzes in gleicher Weise wie nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz im Intensivbetrieb rund um die Uhr. Es stellt der Warnzentrale Bonn die radiologischen Daten zur Verfügung, die für die Sofortwarnung, die Prognoseberechnungen, die Folgewarnungen und die Entwarnungen bei radiologischen Gefahren erforderlich sind.

Die Warnzentrale Bonn ist technisch in das für diese Zwecke erweiterte IMIS- Netzwerk integriert worden.