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Das Modulare Warnsystem (MoWaS)

Nach Ende des Kalten Krieges wurde das Zivilschutz-Sirenennetz ab 1989 als Friedensdividende abgebaut bzw. den Kommunen zur Übernahme angeboten. Ein bundesweites Warnsystem mit Weckeffekt, das den Bürger jederzeit auf drohende Gefahren aufmerksam macht und ihn auffordert, sich zu informieren, stand seitdem nicht mehr zur Verfügung. Ein solches System ist besonders für Gefahrenlagen erforderlich, die aus „heiterem Himmel“ eintreffen und sofortige Warnung und (Selbst-)Schutzmaßnahmen erfordern.

Logo des Modularen Warnsystems (MoWaS) Logo des Modularen Warnsystems (MoWaS) , Modulares Warnsystem (MoWaS) (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Lo­go des Mo­du­la­ren Warn­sys­tems (Mo­WaS) Quelle: BBK

Um auf Gefährdungslagen besser reagieren zu können, wurde aus diesem Grund ab 2001 das bundeseigene Satellitengestützte Warnsystem (SatWaS) entwickelt. Warnmeldungen sollten auf möglichst vielen Wegen verbreitet werden, um einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu erreichen. Auch im Hinblick darauf wurden Technik und Verfahren stetig weiterentwickelt, um den strategischen Anforderungen an ein modernes Warnsystem gerecht zu werden. Die Weiterentwicklung von SatWaS zum Modularen Warnsystem (MoWaS) wurde 2013 abgeschlossen.

Die Übertragung der Warnmeldung erfolgt via Satellit und redundant kabelgebunden. Die technische Basis macht das System unempfindlich gegen Stromausfälle und Ausfälle der terrestrischen Übertragungswege, wie dies insbesondere in Katastrophengebieten häufig der Fall ist. Die beim Bund vorhandene MoWaS-Auslösestruktur und die in den Ländern vorhandenen Systeme zur Warnung der Bevölkerung (in der Regel Sirenen) sollen zusammengeführt werden. Unter Beibehaltung der bisherigen Leistungsmerkmale wurde die Struktur deshalb um einen zentralen Warnserver, eine geografische Benutzeroberfläche und eine standardisierte Schnittstelle zu den jeweiligen Warnkanälen ergänzt.

Durch diesen zentralen Warnserver ist es möglich, die Bedarfe von Ländern und unteren Katastrophenschutzbehörden (in der Regel Landkreise/kreisfreie Städte) zu berücksichtigen. Von dort können die angeschlossenen und noch anzuschließenden Medienbetreiber, Informationsdienstleister, lebens- und verteidigungswichtigen Betriebe, Lagezentren und Leitstellen sowie die in den Bundesländern verfügbaren Warngeräte und -anwendungen angesteuert werden.

Durch ein einheitliches Übertragungsprotokoll kann MoWaS alle heute vorstellbaren Geräte und Anwendungen (z.B. Rauchmelder, Mobilfunkgeräte, Apps) ansteuern. Dies schließt bereits vorhandene, aber auch zukünftige Warnkanäle ein. Ermöglicht wird dies durch die Verwendung des Common Alerting Protocol (CAP) als offenes Datenformat der Warnmeldungen. Mit einem einzigen System können somit alle angeschlossenen Kanäle zur Bevölkerungswarnung bedient werden.

Das System ist GIS-(GeoInformationsSystem-)basiert aufgebaut. Hierbei werden über eine grafische Oberfläche der zu warnende Bereich ausgewählt, die Warnmeldung eingegeben, die anzusteuernden Empfänger ausgewählt und unmittelbar vorrangig über Satellit an den Warnserver übertragen. Unter Berücksichtigung dort abgelegter Daten und Informationen wird die Warnung dann vom Warnserver an die entsprechenden Empfänger weitergeleitet.

Die Struktur des Modularen Warnsystems (MoWaS) Die Struktur des Modularen Warnsystems (MoWaS) , Überblick MoWaS (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Die Struk­tur des Mo­du­la­ren Warn­sys­tems (Mo­WaS) Quelle: BBK

MoWaS gliedert sich in die drei Bereiche Auslösung, Übertragungsweg und Endgeräte:

  • Der Bereich Auslösung umfasst die Sende- und Empfangssysteme in den Lagezentren von Bund und Ländern sowie in den angeschlossenen Leitstellen der unteren Katastrophenschutzbehörden (in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte).
  • Danach beginnt der Übertragungsweg. Er umfasst alle Komponenten von der Auslösung bis zu den Warnmultiplikatoren bzw. den Steuersystemen der Endgeräte. Warnmultiplikatoren sind Behörden, Organisationen und Unternehmen (z.B. Sendeanstalten), die die Warnmeldungen an ihre Kunden bzw. Nutzer, also letztendlich an die Bevölkerung als eigentlichen Adressaten, weiterleiten.
  • Im Bereich Endgeräte (bzw. Endanwendungen) sind alle Warnmittel erfasst, die unmittelbar der Bevölkerung als Endnutzer zur Verfügung stehen. Dabei gibt es Warnmittel, die einen hohen Informationsgehalt übermitteln, also Warntexte, Handlungsempfehlungen und betroffene Region etc. (z.B. Radio, Fernsehen, Internet, Mobilfunk-App). Ein Weckeffekt kann enthalten sein, sofern das Gerät entsprechend vorbereitet oder eingestellt ist. Ausdrücklich als Warnmittel mit Weckeffekt werden Endgeräte bezeichnet, die ausschließlich ein Wecksignal aussenden (z.B. Sirenen).

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