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ISF Bund-Länder-Projekt
"Warnung der Bevölkerung"

Im Oktober 2016 startete nach einer mehrjährigen Vorbereitungsphase das Bund-Länder-Projekt "Warnung der Bevölkerung". Es wird zu 75% durch den Inneren-Sicherheitsfonds (ISF) der Europäischen Union kofinanziert, die restlichen 25% tragen anteilig die Länder und der Bund. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2020.

Ziel ist es, die Warneffektivität zu erhöhen. Eine effektive Warnung muss von allen betroffenen Bevölkerungsgruppen vollständig wahrgenommen, verstanden und akzeptiert werden. Notfallinformationen und Handlungsempfehlungen müssen so vermittelt werden, dass die zu Warnenden in die Lage versetzt werden, sich und ihre Sachgüter bestmöglich zu schützen sowie andere Betroffene und Einsatzkräfte zu unterstützen.

Auf Basis einer engen Zusammenarbeit von Bund und Ländern strebt das Projekt ein auf operativer und strategischer Ebene optimiertes gemeinsames Warnkonzept an. Es soll ganz oder in Teilen auf andere EU-Staaten übertragbar sein. Eine Bund-Länder-Kooperation im Bereich Warnung besteht bereits durch das Modulare Warnsystem (MoWaS): Entwickelt vom Bund für Zivilschutz-Warnungen im Spannungs- und Verteidigungsfall, wurde MoWaS den Ländern für den Bereich Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt. Das gemeinsam genutzte technische Warnsystem wird im Rahmen des Projekts weiterentwickelt (MoWaS 2.0). Auf dieser Grundlage gehen Bund und Länder einen weiteren Schritt in Richtung eines gemeinsam abgestimmten Warnkonzepts.

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme deutscher, europäischer und internationaler Warnsysteme und -konzepte. Gleichzeitig wird der Ausbau von MoWaS vorangetrieben; u.a. werden im Rahmen einer Erprobung zusätzlich zu den bereits existierenden 93 satellitengestützten MoWaS Sende- und Empfangsstationen mindestens 150 webbasierte (kostengünstigere) Zugänge eingerichtet. Damit sind auch untere Katastrophenschutzbehörden direkt im erweiterten MoWaS-Netz erreichbar und haben die Möglichkeit, Warnungen und Notfallinformationen über MoWaS zu versenden. Fachgutachten loten darüber hinaus verschiedene Konzepte aus wie den Ausbau von Redundanzen oder Anschlussmöglichkeiten für innovative Warnmultiplikatoren. Durch das Projekt sollen weitere Lösungen für eine schnelle, umfassende und auch beim Ausfall Kritischer Infrastrukturen sichere Warnung der Bevölkerung adaptiert werden. Global Navigation Satellite Systems (GNSS) sind z.B. weltweit verfügbar und nur in geringem Umfang von funktionierenden Infrastrukturen abhängig – genauso wie die genutzte Auslösetechnik über MoWaS. Aus diesem Grund sind sie für die Warnung besonders interessant und im Hinblick auf die Übernahme durch andere EU-Staaten zielführend. Als mögliche neue Warntechnologien kommen darüber hinaus auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs in Betracht – Stichwort SmartHome und SmartCity. Das Projekt greift solche Möglichkeiten auf, bewertet sie und regt in enger Abstimmung mit den Ländern ggf. deren Umsetzung an.

Essenziell für die Warnung ist, dass sie sich an die gesamte Bevölkerung mit all ihren unterschiedlichen sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Gruppen richtet und so viele Menschen wie möglich erreicht. Die Informationsbedarfe Betroffener in einer Notsituation sind je nach Kompetenzen und Wissensstand sehr unterschiedlich. Das Teilprojekt Psychosoziales Krisenmanagement sichtet den internationalen Forschungsstand und erweitert so die gängigen, oft rein technischen Vorstellungen von Warnsystemen z.B. im Hinblick auf neue Warnmedien, Warntexte, Informationshäufigkeit, Mehrsprachigkeit, Mediennutzung und unterstützende Strategien. Parallel dazu wird untersucht, welche Herausforderungen die warnenden Organisationen während des Warnprozesses zu bewältigen haben. Um bei dieser komplexen Aufgabe zu unterstützen, werden im Rahmen des Projekts spezielle Schulungen entwickelt. Auch die Auswertung von Massendaten aus Social-Media-Kanälen soll wertvollen Input für Warnprozesse liefern: Ob man sich auf Basis dieser Daten den Informationsbedürfnissen der Bevölkerung unter Zeitdruck anpassen kann, wird eingehend untersucht.
Die Bestandsaufnahme und Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Öffentlichkeitsarbeit und Controlling runden die Projektarbeit ab.

Haben Sie Fragen?

Projektleiter Karsten Hudel ist für Sie erreichbar unter
Telefon: +49 022899-550-2270
E-Mail: Karsten.Hudel@bbk.bund.de

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