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Qualitätssicherung in der Psychosozialen Notfallversorgung

Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) gehört in Deutschland aber auch international mittlerweile zum Versorgungsstandard nach schweren Not- und Unglücksfällen sowie Katastrophen. Sie ergänzt die medizinische und technische Hilfeleistung und richtet den Fokus auf die psychischen Folgen extrem belastender Ereignisse.

Um zu gewährleisten, dass betroffenen Menschen auch fachgerechte und angemessene psychosoziale Betreuung im Einsatzfall zur Verfügung steht, wird in Deutschland bereits seit einigen Jahren intensiv zu dem Themenfeld der PSNV geforscht. Die Ergebnisse finden Eingang in die praktische Arbeit der verschiedenen PSNV-Angebote (bspw. Notfallseelsorge, Krisenintervention, Notfallpsychologie usw.) vor Ort.

Das BBK initiiert im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat eine Vielzahl dieser Forschungsprojekte und begleitet diese fachlich. Inhaltlich werden Themen aufgegriffen, die sich vor allem mit Fragen der psychosozialen Betreuung von Betroffenen aber auch der „Hilfe für Helfer“ auseinandersetzen.

Bereits abgeschlossene Projekte:

  • Netzwerk Psychosoziale Notfallversorgung - Entwicklungen von Standards und Empfehlungen für ein Netzwerk zur bundesweiten Strukturierung und Organisation psychosozialer Notfallversorgung (Hochschule Magdeburg-Stendal, Laufzeiten: 2002-2004 und 2004-2005, weitere Informationen unter: www.psychosoziale-notfallversorgung.de 
  • Psychosoziale Prävention im Einsatzwesen - Entwicklung und Evaluation von Schulungseinheiten zur primären und sekundären Prävention von einsatzbedingten Belastungsrekationen und -störungen (Ludwig-Maximillians-Universität München, Laufzeit: 2003 – 2006, weitere Informationen unter: www.einsatzkraft.de 
  • Organisationsprofile, Gesundheit und Engagement im Einsatzwesen - Arbeitsbedingungen und Organisationsprofile als Determinanten von Gesundheit, Einsatzfähigkeit sowie von haupt- und ehrenamtlichem Engagement bei Einsatzkräften in Einsatzorganisationen des Bevölkerungsschutzes (Hochschule Magdeburg-Stendal, Laufzeit: 2006-2009, weitere Informationen unter: www.gesundheit-im-einsatzwesen.de
  • Terrorismusfolgenabschätzung – Optimierung der Versorgung potenzieller Opfer eines terroristischen Anschlags in der Bundesrepublik Deutschland (Universität Heidelberg, Laufzeit: 2008-2009).

Derzeit laufende Projekte:

  • Interkulturelle Kompetenz im Bevölkerungsschutz Deutschlands – Konzeption, Durchführung und Evaluation einer Bildungsmaßname zur Anwendung in Aus- und Fortbildungen für Einsatz- und Führungskräfte des Bevölkerungsschutzes (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Laufzeit: 2010-2012, weitere Informationen unter: www.rettung-hilfe-kultur.de
  • Psychosocial support for civil protection forces coping with CBRN – Adaption von Maßnahmen der PSNV für CBRN-Lagen, Entwicklung von Schulungskonzepten zum psychosozialen Krisenmanagement für Einsatzkräfte und Krankenhauspersonal (gefördert von der Europäischen Kommission, Directorate General Environment – Projektpartner: Technisches Hilfswerk, BBK, Zentrum für Psychotraumatologie (Krefeld), stichting impact (Amsterdam), Direcctión General de Protección Civil y Emergencias (Ministerio del Interior Gobierno de España, Laufzeit: 2011-2013)

Der Transfer der Ergebnisse aus den verschiedenen Forschungsprojekten in die Praxis ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des BBK im Bereich der PSNV. So finden die wissenschaftlichen Resultate unter anderem Eingang in neue PSNV-Praxiskonzepte und werden intensiv im Rahmen einer stetigen Bund-Länder-Gremienarbeit für die verschiedenen Akteure vor Ort verfügbar gemacht.

Als wichtiges Instrument zur Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis hat sich in den vergangenen Jahren der so genannte Konsensus-Prozess entwickelt. Hierbei handelt es sich um einen Prozess zur Qualitätssicherung in der PSNV, an dem sich alle Organisationen und Institutionen beteiligt haben, die die PSNV in Deutschland verantworten, anbieten und durchführen. Ebenso involviert waren etwa die Hälfte der Bundesländer sowie diverse Hochschule als Vertreter der Wissenschaft.

Im mittlerweile abgeschlossenen Konsensus-Prozess wurden im Zeitraum von 2007 bis 2010 Qualitätsstandards und Leitlinien für die PSNV entwickelt, auf die sich die zustimmenden Organisationen durch ihre Unterschrift freiwillig selbst verpflichtet haben. Auf diese Weise konnten 25 Leitlinien in sechs relevanten Themenfeldern verabschiedet werden.

Die Publikation zum Herunterladen:

Psychosoziale Notfallversorgung: Qualitätsstandards und Leitlinien
(Teil I und II)
3. Auflage / 07.2012
Praxis im Bevölkerungsschutz - Band 7

Am Konsensus-Prozess 2007 - 2010 beteiligte Organisationen und Institutionen

  • Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB)
  • Arbeitgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF-Bund)
  • Auswärtiges Amt (AA)
  • Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP)
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
  • Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Psychosoziale Unterstützung Einsatzkräfte (BAG PSUE)
  • Bundesärztekammer (BÄK)
  • Bundeskriminalamt (BKA)
  • Bundesministerium des Innern (BMI)
  • Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)
  • Bundespolizei (BPOL)
  • Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
  • Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD)
  • Bundesvereinigung Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen e.V. (SbE)
  • Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM)
  • Deutsche Gesellschaft für Post-Traumatische-Stress-Bewältigung e.V. (DG PTSB)
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
  • Deutscher Feuerwehrverband e.V. (DFV)
  • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK)
  • Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V. (DGPT)
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH)
  • Konferenz der Diözesanbeauftragten für die katholische Notfallseelsorge
  • Konferenz Evangelische Notfallseelsorge in der EKD
  • Malteser Hilfsdienst e.V. (MHD)
  • Schutzkommission beim Bundesminister des Innern
  • Hochschulen Berlin, Freiburg, Magdeburg-Stendal und München
  • Innenministerien und Senate der Länder Bayern, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein