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LÜKEX 15 – Sturmflut an der deutschen Nordseeküste

Die siebte Übung der LÜKEX-Reihe beschäftigt sich mit dem Thema „Sturmflut an der deutschen Nordseeküste“. Beteiligt sind an der LÜKEX 15 unter anderem die von einer solchen Flut direkt betroffenen Länder Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Auch sieben Binnenländer und Ostseeanrainer sind am Übungszyklus beteiligt, genau wie die Bundesebene mit den Innen-, Verkehrs- und Verteidigungsressort.

Fachbehörden wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterstützen in einer behördenübergreifenden Projektgruppe (PG LÜKEX Bund) die fachliche Entwicklung eines realistischen und plausiblen Szenarios, indem sie etwa die die fiktiven und realistischen Wetterbedingungen und Pegelstände für die Übungsdurchführung entwickelten. Der PG LÜKEX Bund gehören außerdem, neben dem federführenden Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) sowie das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr (KdoTerrAufgBw) an.

Wie bei allen LÜKEX-Übungen sind auch an der LÜKEX 15 Unternehmen der Kritischen Infrastrukturen beteiligt. Das sind unter anderem Unternehmen der Verkehrs- und Logistikbranche sowie Energieversorger.

Für die LÜKEX 15 wurde ein fiktives Sturmflutszenario entwickelt, das die intensiv übenden Länder in einem solchen Ausmaß betrifft, dass sie die (drohende) Krise nicht mehr allein mit eigenen Mitteln bewältigen können. So wurde eine länderübergreifende Krise erzeugt, die das Erproben übergreifender Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern ermöglicht. Einen besonderen thematischen Schwerpunkt legten die Übenden im Übungszyklus der LÜKEX 15 unter anderem auf großflächige Evakuierungen – ein Handlungsstrang, der auch Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur hat: Man denke nur an die Auswirkungen einer massenhaften Ausreise von Bewohnern eines gesperrten Gebietes.

Am 25. und 26. November 2015 sollte die LÜKEX 15 bundesweit durchgeführt werden. Vor dem Hintergrund der enormen Herausforderungen der Flüchtlingssituation in Deutschland haben Bund und Länder gemeinsam beschlossen, die Durchführung der LÜKEX 15 abzusagen. Bund und Länder waren sich einig, dass die Situation der Flüchtlinge in Deutschland derzeit eine außergewöhnliche Herausforderung darstellt. Die Verantwortung für die Menschen, die in Deutschland Schutz und Hilfe suchen, steht dabei im Vordergrund. Da die Länder für die Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden verantwortlich sind, sind im Rahmen der LÜKEX 15 besonders die intensiv übenden Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein großen Herausforderungen ausgesetzt. Das BBK, alle Beteiligten und Partner der LÜKEX 15 stimmten überein, dass in dieser außergewöhnlichen Lage keine weiteren Ressourcen für eine Übungsdurchführung gebunden werden sollten.

Auch wenn mit dem Ausbleiben der intensiven zweitägigen Übungsdurchführung ein wichtiger Stresstest für die Gewinnung von Übungserkenntnissen wegfällt, so hat doch die LÜKEX 15 bis dahin schon viel bewegt. Für jede LÜKEX gilt das Motto: Der Weg ist das Ziel! Jeder Übungsdurchführung geht eine fast zweijährige Planungs- und Vorbereitungsphase voraus, in deren Verlauf sich alle Übungsbeteiligten intensiv mit dem Übungsthema, damit zusammenhängenden Herausforderungen und ihren eigenen Krisenmanagementstrukturen auseinandersetzen. So können viele Erkenntnisse, die letztendlich zu einer Verbesserung des Krisenmanagements führen, bereits vor der eigentlichen Übungsdurchführung gewonnen werden. Vielfach nutzen die Beteiligten die Vorbereitungsphase, um vorhandene Krisenbewältigungskonzepte intensiv auf den Prüfstand zu stellen, mit anderen Akteuren abzustimmen und sie gegebenenfalls zu überarbeiten oder anzupassen. Diese Anpassungen und Konzepte können für die LÜKEX 15 jetzt nicht mehr einem Stresstest unterzogen werden. Dafür ist die Übungsdurchführung ein wichtiges Instrument. Dennoch werden die bereits gewonnenen Erkenntnisse der LÜKEX 15 nicht verloren gehen. Alle Beteiligten arbeiten – unter verringertem Ressourcenaufwand – an einer Auswertung, die bis Anfang 2016 abgeschlossen sein soll.