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Die Analytische Task Force (ATF) des Bundes

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) misst dem Schutz der Bevölkerung vor den Auswirkungen von Gefahren durch radioaktive, biologische oder chemische Stoffe (allgemein als CBRN-Gefahren bezeichnet) eine hohe Bedeutung zu.

Wenn bei einem Ereignis gefährliche Substanzen freigesetzt werden, sind in erster Linie die Gefahrgutzüge der Feuerwehren für die Lagebewältigung zuständig. Hierzu werden die vom BBK für die Länder bereitgestellten CBRN-Erkundungswagen oder die Gerätewagen Dekontamination Personal (GW Dekon P) eingesetzt. Neben der Menschenrettung und der Beseitigung der akuten Gefahrenquelle – z.B. durch Abdichten eines Lecks in einem umgestürzten Gefahrguttransporter – ist es wichtig, schnell genaue Informationen über die Art der gefährlichen Substanzen zu erhalten.

 Karte mit den ATF-Standorten Kar­te mit den ATF-Stand­orten Quelle: BBK

Um die Einsatzleiter der Feuerwehren optimal unterstützen zu können, wurde in Deutschland die so genannte Analytische Task Force CRN (ATF CRN) eingerichtet. Die ATF CRN besteht aus besonders für die Bewältigung von CBRN-Lagen ausgebildeten Einsatzkräften und spezieller Messtechnik. Das Personal der ATF setzt sich aus Bediensteten der Länder bzw. der Städte zusammen. Das BBK stattet die ATF-Standorte mit besonders leistungsfähiger Messtechnik sowie Einsatzfahrzeugen im Gesamtwert von circa 10 Millionen Euro aus, koordiniert die Spezialausbildung und beteiligt sich an den Unterhaltskosten der Standorte. Aktuell sind die Berufsfeuerwehren Hamburg, Mannheim, Dortmund, Köln, Leipzig und München, sowie das Landeskriminalamt Berlin als ATF-Standorte im Einsatz.

Die Standorte der ATF können bei CBRN-Lagen von jedem Einsatzleiter, der den Bedarf nach besonderer Unterstützung feststellt, in Amtshilfe angefordert werden. Innerhalb eines Einsatzradius von circa 200 km um den jeweiligen Standort soll die ATF innerhalb von etwa drei Stunden nach Alarmierung Hilfe leisten können. Diese im Vergleich zu anderen in Deutschland verfügbaren CBRN-Spezialkräften kurze Reaktionszeit stellt eine der besonderen Fähigkeiten der ATF dar. Die folgende Grafik zeigt das mögliche Zusammenspiel der CBRN-Ressourcen in Deutschland sowie deren zeitliche Verfügbarkeit bei einem CBRN-Ereignis.

CBRN-Zeitstrahl CBRN-Zeitstrahl, CBRN-Zeitstrahl (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Zu­sam­men­spiel wäh­rend ei­nes CBRN-Er­eig­nis­ses Quelle: BBK

Praktische Erfahrung

Das Konzept der Analytischen Task Force (ATF) wurde eingehend auf seine Praxistauglichkeit hin geprüft. Die ATF nimmt regelmäßig an verschiedenen nationalen und internationalen Katastrophenschutzübungen teil und wird jährlich etwa 200 Mal von der örtlichen Gefahrenabwehr zur Unterstützung herangezogen. Dabei konnten die Fachkräfte der ATF mit spezieller Messtechnik und Fachexpertise dazu beitragen, die Lagen schnell und kompetent zu bewältigen.

Analytische Task Force Biologie (ATF B)

Um ebenfalls im Zuge biologischer Gefahrenlagen einsatzfähig zu sein, hat das BBK mit dem Aufbau einer ATF B begonnen. Hierzu wurde von 2012-2015 ein Pilotprojekt durchgeführt, indem die Grundlagen und ein Konzept für die Etablierung einer ATF B zu erarbeitet wurden. Seit 2016 sind bei den Feuerwehren in Essen und Dortmund sowie beim LKA in Berlin drei ATF Standorte für biologische Einsatzlagen eingerichtet.

Aufgabenschwerpunkte der ATF B sind Probenahme und die Beratung der Einsatzleitung bei der Gefährdungsbewertung vor Ort. Darüber hinaus kann die ATF B vor Ort eine vorläufige Detektion von bestimmten biologischen Agenzien im Rahmen der gerätetechnischen Möglichkeiten durchführen.
Einsatzmöglichkeiten der ATF B sind biologische Gefahrenlagen, die z.B. durch akzidentielle oder absichtliche Freisetzung von biologischen Agenzien hervorgerufen werden können, z.B. Bioterrorismus. Ein Einsatz im Rahmen eines natürlichen Seuchengeschehens gehört nicht zu den Aufgaben der ATF B sie kann aber in Amtshilfe unterstützend tätig werden.

Die Bewältigung einer biologischen Gefahrenlage stellt eine komplexe Herausforderung dar und erfordert das Zusammenwirken von Akteuren aus verschiedenen Ressorts. Wichtig sind dabei die interdisziplinäre und ressortübergreifende Zusammenarbeit der für die Gefahrenabwehr zuständigen Institutionen (Feuerwehr, Polizei) auf der einen und die für den Gesundheitsschutz zuständigen Einrichtungen auf der anderen Seite (ÖGD). Den Trägern des Öffentlichen Gesundheitsdienstes obliegt es Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsgefährdenden Einflüssen (z.B. Schutz vor Infektionskrankheiten) zu ergreifen.

Standorte der ATF

Mit Stand November 2017 sind acht Standorte aktiv, die an folgenden Institutionen aufgestellt wurden:

Für die Aufgabenstellung CRN:

  • Bei der Feuerwehr Hamburg
  • Bei der Feuerwehr Dortmund
  • Bei der Feuerwehr Köln
  • Bei der Feuerwehr Leipzig
  • Bei der Feuerwehr Mannheim

Für die Aufgabenstellung B:

  • Bei der Feuerwehr Essen

Für die Aufgabenstellung CBRN:

  • Beim Landeskriminalamt Berlin
  • Bei der Feuerwehr München

Die Standorte Essen, Dortmund und Köln bilden gemeinsam die ATF NRW mit der Aufgabenstellung CBRN. Die jeweils für den Einsatz erforderlichen Ressourcen werden von den Standorten der Einsatzstelle zugeführt.

Weiterführende Informationen:

Eine umfassende Information zum Leistungsspektrum der ATF und zu den Anforderungswegen finden Sie in der Broschüre „Die Analytische Task Force“ (mit Klick auf das Bild gelangen Sie zum Download der Publikation)

Die Analytische Taskforce - Informationen zu Leistungsspektrum und Anforderung Die Analytische Taskforce - Informationen zu Leistungsspektrum und Anforderung, Die Analytische Taskforce - Informationen zu Leistungsspektrum und Anforderung (Vergrösserung öffnet sich im neuen Fenster)Pu­bli­ka­ti­on: Die Ana­ly­ti­sche Taskfor­ce - In­for­ma­tio­nen zu Leis­tungs­spek­trum und An­for­de­rung


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