Navigation und Service

Schutz vor radiologischen und nuklearen Gefahren (RN-Schutz, A-Schutz)

Der RN-Schutz beschäftigt sich sowohl mit den nuklearen Gefahren wie Wirkungen von Kernwaffen, als auch dem Schutz vor radiologischen Gefahren. Dazu zählen radioaktive Kontaminationen aus anderen Quellen, wie z.B. “Schmutzige Bomben” (Radiologische Dispersionsvorrichtungen RDD).

Die Überwachung der radioaktiven Belastung der Bevölkerung, der Umwelt sowie die Kontrolle der nuklearen Einrichtungen obliegt dem Bundesministerium für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), der nachgeordneten Behörde Bundesamt für Strahlenschutz bzw. den Ländern. Der Bevölkerungsschutz ist erst bei Lagen, die die innere Sicherheit bedrohen, zuständig. Für diese Fälle ergänzt der Bund die Ausstattung der Länder.

Weitere Informationen zum Thema Schutz vor radiologischen und nuklearen Gefahren finden Sie hier .

Radiologische Waffen

Als radiologische Waffe werden Vorrichtungen bezeichnet, mit denen radioaktive Substanzen in krimineller Absicht ausgebracht und großflächig verteilt werden können.

Die bekannteste Bezeichnung ist Schmutzige Bombe oder englisch dirty bomb. Eine Bombenexplosion ist aber nicht zwingend erforderlich bei einem Einsatz einer radiologischen Waffe.

Eine bessere Bezeichnung ist daher radiologische Dispersionsvorrichtung (RDD = radiological dispersion device). Man findet auch die Bezeichnungen IED (Improvised Explosive Devices) und Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) mit radioaktiver Beiladung.

Eine radiologische Waffe bewirkt die Verbreitung von radioaktivem Material und dadurch eine radioaktive Kontamination der Umgebung. In einer schmutzigen Bombe sind dem konventionellen Sprengstoff radioaktive Stoffe beigemischt, die durch die Explosionswirkung mehr oder weniger fein verteilt werden. Die von einer radiologischen Bombe ausgehende Gefahr für die Bevölkerung ist (von der eigentlichen Explosionswirkung abgesehen) als gering anzusehen. Eine hohe Dosisleistung (Strahlenbelastung) und damit eine gesundheitsgefährdende Folgedosis für die Bevölkerung ist mit diesen Waffen nur sehr schwer zu erreichen. Die vorrangigen Gefahren einer RDD liegen in der psychologischen Wirkung auf die Bevölkerung. Schäden sind vor allem im wirtschaftlichen Bereich durch erfolgte Sperrungen und notwendige Reinigungsmaßnahmen zu erwarten.

Prinzipiell ist jedes radioaktive Material als Beiladung einer RDD geeignet. Deshalb sind von den Nutzern radioaktiver Substanzen gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsauflagen zu erfüllen, um eine Genehmigung für den Umgang mit radioaktiven Materialien zu erhalten. Dies verringert die Gefahr eines Diebstahls, Verlusts oder gesetzwidrigen Verkaufs von radioaktiven Quellen.

Sollte es zu einem Anschlag mit einer radiologischen Waffe (Schmutzigen Bombe) kommen, werden die Einsatzkräfte das Ausmaß der Kontamination feststellen und geeignete Maßnahmen beschließen. Dabei helfen die Erkundungsmöglichkeiten des CBRN-Erkundungswagen. Im Normalfall ist der Aufenthalt in Häusern besser als die unkoordinierte Flucht aus dem betroffenen Bereich. Dies gilt ganz besonders in der Zeit, in der sich noch radioaktives Material in der Luft befindet und sich nicht überwiegend abgesetzt hat.

Regeln zum Verhalten bei CBRN-Ereignissen finden Sie in der Broschüre "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen".

Eine Radiologische Waffe darf nicht mit einer nuklearen Waffe (Kernwaffe, ugs. Atombombe) verwechselt werden. Im Gegensatz zur Schmutzigen Bombe läuft bei der Zündung einer Kernwaffe ein nuklearer Kettenprozess ab und enorme Energie wird freigesetzt. Die dadurch entstehenden Effekte einer Kernwaffe wie z.B. Hitzeblitz, Druckwelle oder Initialstrahlung treten bei einer Schmutzigen Bombe NICHT auf, auch die Reichweiten der Wirkungen bei einer Schmutzigen Bombe sind ungleich geringer.

Um eine Nuklearwaffe zu bauen, ist deutlich mehr Wissen und Erfahrung notwendig als für den Bau einer radiologischen Waffe. Auch der Erhalt des notwendigen Materials ist viel schwieriger; denn die dafür notwendigen Kernbrennstoffe werden sehr genau überwacht.

Zusammenfassend ist zu sagen:

Die Möglichkeit für einen terroristischen Anschlag mit einer radiologischen Waffe beziehungsweise die Ausbringung von Radioaktivität auf anderen Wegen kann nicht ausgeschlossen werden. Die vorrangigen Gefahren einer RDD liegen in der psychologischen Wirkung für Bevölkerung und den wirtschaftlichen Folgeschäden durch die Sperrung und Dekontamination der betroffenen Gebiete. Die unmittelbaren Gesundheitsschäden auf die Bevölkerung durch die freigesetzte Radioaktivität sind mit hoher Wahrscheinlichkeit als eher gering anzusehen.