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Chemie

Chemie im Bevölkerungsschutz

Die Chemie ist für den Bevölkerungsschutz eine der zentralen Wissenschaften. Chemische Substanzen können einerseits durch ihre toxischen Eigenschaften eine große Bedrohung darstellen, andererseits bilden chemische Erzeugnisse die Grundlage für unsere moderne, technologisierte Gesellschaft und sind untrennbar mit unserer Lebensweise verbunden.

Somit besteht stets das Risiko, dass Personen durch eine unfallbedingte oder bewusst herbeigeführte Freisetzung in Kontakt mit gefährlichen Substanzen kommen können.

Zum Schutz der Bevölkerung und von Einsatzkräften nach Freiwerden gefährlicher Substanzen sind drei Aspekte von elementarer Bedeutung:

  • Schutz der Personen im Gefahrenbereich durch geeignete Maßnahmen, zum Beispiel Schutzkleidung, Verhaltenshinweise
  • Schnelle Detektion, Lokalisation und Identifikation der Gefahr
  • Einsatzmaßnahmen bei/nach Kontakt mit einem Gefahrstoff, zum Beispiel Dekontamination, Verhaltenshinweise

Der Bund stellt den Einsatzkräften Messtechnik, Schutzausrüstung und Dekontaminationsausstattung zur Verfügung, um CBRN-Gefahren in geeigneter Weise und auf dem Stand der Technik begegnen zu können.

Darüber hinaus erarbeitet und veröffentlicht das BBK Hinweise für Einsatzkräfte und die Bevölkerung zum Verhalten in chemischen Lagen.


Die technischen und konzeptionellen Lösungen für die Bewältigung chemischer Schadenslagen werden im Referat III.2 (CBRN-Schutz) erarbeitet.


Beispiele dafür sind die CBRN-Erkundungswagen deren chemische Messtechnik es den Einsatzkräften ermöglicht, große Areale zu erkunden und eine Vielzahl chemischer Substanzen zu detektieren.
Für alle Einsatzkräfte auf den Fahrzeugen des Bundes wurden ca. 53.000 Sätze einer persönlichen Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt. Die PSA schützt unter anderem vor dem Kontakt mit chemischen Substanzen und ermöglicht den Einsatzkräften das Arbeiten im kontaminierten Bereich.
Kehren Einsatzkräfte aus dem Gefahrenbereich zurück, so gelten sie als kontaminiert und müssen sich einer Dekontamination unterziehen. Gleiches gilt für betroffene Zivilpersonen. Für diese Zwecke hat das BBK Dekontaminationsfahrzeuge entwickelt und an die Länder ausgeliefert.
Für die Erprobung von Messtechnik und Schutzausrüstungsmaterialien, die als Bestandteile der Bundesausstattung im CBRN-Schutz Anwendung finden, verfügt das BBK über ein modern ausgestattetes chemisches Labor.

Mit der Analytischen Task Force für chemische Lagen wurde das Konzept zur Errichtung einer überregional tätigen Spezialeinheit umgesetzt. Die ATF steht in Amtshilfe jedem Einsatzleiter zur Verfügung und leistet mit hochwertiger Messtechnik und fachkompetenter Beratung Unterstützung in CBRN-Lagen.

Die Chemiker und Chemie-Ingenieure des BBK wirken in Forschungsvorhaben zur Entwicklung neuer Techniken und Konzepte im CBRN-Schutz mit und bringen insbesondere die besonderen Anforderungen der Endnutzer in diese Projekte ein. Dies wird durch den regelmäßigen engen Austausch der BBK-Mitarbeiter mit Einsatzkräften im CBRN-Schutz und durch ehrenamtliche Tätigkeit, z.B. in der Feuerwehr, ermöglicht.

Das BBK unterstützt auch andere Bundesbehörden in Fragen der mobilen Nachweistechnik mit seiner Expertise.