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Mess- und Nachweistechnik

Um festzustellen, ob gesundheitsgefährdende Stoffe vorhanden sind, müssen zunächst die geeigneten Nachweisverfahren zur Verfügung gestellt werden. Solche Verfahren müssen in der Lage sein, eine schnelle Übersicht über die vor Ort vorgefundene chemische Lage zu geben. Die verwendeten Messgeräte müssen so gewählt werden, dass sie auch von Nichtfachleuten nach einer entsprechenden Schulung unproblematisch eingesetzt werden können. Diese Anforderungen erfüllt der CBRN-Erkundungswagen (CBRN ErkW).

CBRN-Erkundungswagen

Eines der großen Projekte der letzten Jahre war die Entwicklung, Beschaffung und Auslieferung von 371 CBRN ErkW. Diese enthalten einen transportablen Messcontainer, auf dem neben radiologischen Messgeräten zwei moderne chemische Messgeräte untergebracht sind. Der Container ist während der Fahrt und abgesetzt vom Fahrzeug unabhängig zu betreiben.

Das Fahrzeug soll bei chemischen Lagen Kontaminationen feststellen, kontaminierte Gebiet eingrenzen und diese markieren.

Die Geräte sind handelsüblich, jedoch für den Einsatz auf dem Container leicht modifiziert. Es handelt sich dabei um einen Photoionisationsdetektor und ein Ionenmobilitätsspektrometer. Sie sind in der Lage, viele gasförmige Industriechemikalien und chemische Kampfstoffe kontinuierlich zu detektieren.

Eine genaue Ermittlung der Stoffart und der Konzentration muss jedoch in einem professionellen Labor geschehen.

Daher gehört zur weiteren Ausstattung des Fahrzeuges ein umfangreicher Probenahmesatz, mit dessen Hilfe gasförmige, flüssige und feste Proben genommen, gekennzeichnet und sicher transportiert werden können.

Schutzausstattung für die Besatzung, ein Satz mit Kennzeichnungstafeln für kontaminiertes Gelände, ein Handwettermesssatz und eine handbetriebene Dekontaminationsspritze runden die Ausrüstung ab.

Ferndetektion

Das Forschungsvorhaben “Tragbares Ferndetektionssystem für die chemische Gefahrenabwehr” der letzten Jahre befasste sich mit der Entwicklung eines entsprechenden Verfahrens. Das Ergebnis ist ein mobiles FT-IR-Spektrometer, mit dem eine spektrale Analyse der Atmosphäre entfernter Gebiete möglich ist. Hauptsächlich ist dabei die Identifizierung freigesetzter Chemikalien möglich.

Das Vorhaben hat dazu geführt, dass seitdem verschiedenen Arten solcher Geräte handelsüblich erhältlich sind.

Gefahrstoffdetektorenarray (GDA)

Bisher gab es kein Messgerät, das in der Lage war, alle Substanzen, für die feuerwehrspezifische Einsatztoleranzwerte (ETW) festgelegt sind, nachzuweisen. Mit dem Forschungsvorhaben “Gasdetektorenarray mit Probenspeicher für Chemieunfälle und Brände” ist erstmals ein Verfahren entwickelt worden, das in der Lage ist, für die genannten Substanzen eine Abweichung vom Zustand der sauberen Luft mit hoher Zuverlässigkeit zu detektieren.

Um die große Bandbreite der Substanzen den ETW-Wert-Liste erfassen zu können, enthält das Array verschiedenen Arten von Detektoren: ein Ionenmobilitätsspektrometer, einen Photoionisationsdetektor, zwei Halbleitersensoren und einen elektrochemischen Detektor. Das Prinzip der Erkennung beruht dabei auf der Überlegung, dass beim Nichtvorhandensein eines Signals kein ETW-Stoff in der Luft ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist sogar gar kein Gefahrstoff in der Luft. Damit ist das Gefahrstoffdetektorenarray ein Messgerät für eine schnelle und kontinuierliche Überwachung.

Eine Weiterentwicklung des GDA ist der ebenfalls im Rahmen eines Forschungsvorhabens entstandene Kontaminationsmonitor. Mit diesem Gerät, das es bislang allerdings nur als Prototyp gibt, soll es zukünftig möglich sein, Oberflächen auf chemische Kontaminationen zu untersuchen und eine schnelle und sichere Aussage über deren Vorhandensein zu ermöglichen.