medizinische Ausstattung im ZSH
Quelle: Peter Stahl
Notärzte in der LuftrettungZur Besatzung eines jeden Zivilschutz-Hubschraubers gehört ein Notarzt. Meist sind diese Ärzte Anästhesisten und Intensivmediziner, seltener Chirurgen und Internisten. Sie verfügen über ein erhebliches notfallmedizinisches Fachwissen und entsprechender Berufserfahrung.
Angehende Notärzte der Luftrettung sollten das Einweisungsseminar „Ärzte in der Luftrettung“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) absolvieren. In diesem bundesweit einheitlichen Seminar wird besonders der Massenanfall Verletzter oder Erkrankter berücksichtigt. Neben medizinische Aspekte der Luftrettung lernen die Ärzte den taktisch-organisatorischen Ablauf eines Einsatzes kennen. Es folgt eine praktische Übung am Hubschrauber. Um luftfahrtrechtliche Fragen vermitteln zu können, beteiligte sich die Bundespolizei bei der Erarbeitung des Einweisungsseminars. Abschließend muss eine regionale Einweisung in dem jeweiligen Luftrettungszentrum erfolgen. Regionale Besonderheiten müssen erklärt werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet das Einweisungsseminar bis zu zweimal jährlich an. Zudem bietet das Bundesamt einmal jährlich das Seminar „Qualitätsmanagement für Zivilschutz-Hubschrauber“ an seiner Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz an. Bei diesem Seminar tauschen sich die Notärzte, Rettungsassistenten, Piloten der Bundespolizei, Vertreter der Träger und die verantwortlichen Mitarbeiter des BBK aus. Zu den Themen gehören beispielsweise der Transport von Patienten mit speziellen Krankheiten, Entwicklungen bei medizinischen Geräten bzw. Navigationsgeräten und die Zusammenarbeit mit dem bodengebundenen Rettungsdienst. An einigen Standorten müssen die Notärzte ein Bergetau-Seminar absolvieren. Bei den Luftrettungszentren Kempten und Traunstein zum Beipiel sind - meist auf Grund der geographischen Anforderungen - solche besonderen Kenntnisse erforderlich. Beispiele hierfür sind Unfälle in den Schräglagen der Alpen. Bei solch schwer zugängigen Einsatzstellen kann der Pilot nicht landen, sondern muss den, am Bergetau hängenden Notarzt absetzen. Allerdings wird der Notarzt erst nachdem die Mannschaft des ZSH die Einsatzstelle lokalisiert hat, am Ende des Bergetaus eingehakt. Der Pilot des ZSH sucht zunächst in der Nähe der Einsatzstelle einen geeigneten Landeplatz. Dann wird das Bergetau am Hubschrauber befestigt und der Notarzt hakt sich mit einem Klettergurt am Ende des Taus ein. Von diesem Landeplatz aus startet der ZSH, während der Notarzt am Ende des Bergetaus hängt. Die letzten zehn Meter vor der Landung zählt der Notarzt rückwärts über das Funkgerät runter. Dadurch erfährt der Pilot die Entfernung zum Boden. |
|