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Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV)

Ausgangslage

Psychologische Fragen der Betreuung von Notfallopfern und Angehörigen und der Nachsorge von Einsatzkräften finden seit einigen Jahren im Bevölkerungsschutz zunehmend Beachtung und gewinnen mit jedem weiteren schweren Unglücks- oder Katastrophenfall an Aufmerksamkeit und Bedeutung.

Inzwischen haben sich in allen Ländern Kriseninterventionsteams, Notfallseelsorgedienste und ähnliche Angebotsstrukturen herausgebildet und bewährt. Die Akzeptanz dieser Versorgungsangebote nimmt kontinuierlich zu. Trotz dieser positiven Gesamtentwicklung sind einige Defizite zu nennen.

Es besteht deutlicher Handlungsbedarf in den Bereichen:

  • Qualitätssicherung und Forschung (Wirksamkeit von Betreuungsmaßnahmen der Vor- und Nachsorge, Konzept- und Ausbildungsevaluation)
  • strukturelle Einbindung (Einsatzpläne, Führungsorganisation) sowie regionale und überregionale Vernetzung einschließlich einer bundesweit verfügbaren qualifizierten Datenbank
  • Information und Schulung auf allen Verwaltungsebenen des Zivil- und Katastrophenschutzes einschließlich Konzeptentwicklung bei speziellen Fragestellungen.

Langfristiges Ziel ist es, im Interesse der Betroffenen von Unglücksfällen und Katastrophen (Notfallopfer, Angehörige und Einsatzkräfte) die psychosoziale Notfallversorgung zu einem leistungsfähigen integralen Bestandteil der polizeilichen und nicht polizeilichen Gefahrenabwehr zu entwickeln.
Hierbei nimmt der Bund auf der Grundlage seiner neuen Zivilschutzstrategie durch verschiedene Informations- und Koordinations-Serviceangebote zur Unterstützung des Krisenmanagements der Länder eine wesentliche Rolle ein.-

Implementierungsphase des Referats PSNV (07/02 – 06/04)

Seit Mitte 2002 ist die Psychosoziale Notfallversorgung thematisch im BBK in den Aufgabengebieten Forschung, Ausbildung und Krisenmanagement eingebunden.

Eine Bilanzierung zeigt:

  • Die bisherigen Aktivitäten und Angebote zur Psychosozialen Notfallversorgung auf Bundesebene wurden sowohl innerhalb des BBK und in der erweiterten Binnenstruktur (BMI, AA, BKA, usw.) als auch extern bei Lehrgangsteilnehmern und Kooperationspartnern aus Behörden der Länder, Wissenschaft, den Kirchen, Hilfsorganisationen, Fachgesellschaften etc. breit akzeptiert.
  • Ausnahmslos alle Basiselemente der Konzeption wie abteilungsübergreifende Ausrichtung, Multiprofessionalität, konsequente Praxisorientierung, Zusammenarbeit mit namhaften nationalen und internationalen Experten und Berücksichtigung von Erfahrungen betroffener Notfallopfer und Angehöriger erwiesen sich als tragfähig und schlüssig.
  • Die Implementierung der Psychosozialen Notfallversorgung auf Bundesebene verlief mit hoher Dynamik, gesteuert und beeinflusst vor allem durch Koordinationsaufgaben bei der Betreuung Betroffener bei mehreren größeren Schadensereignisse 2002 und 2003 (wie Amoklauf Erfurt, Flugzeugkollision Überlingen, Oderflut 2002, Busunglücke in Ungarn, Frankreich, Italien, Belgien, Entführungen in Algerien und Iran sowie Seegrottenschiffsunglück in Österreich) und durch die dadurch geweckte Erwartungshaltung und Nachfrage externer Kooperationspartner, insbesondere nach einem Qualitäts- und Informationsmanagement durch den Bund. Zu prognostizieren ist, dass sich diese Entwicklung in Zukunft fortsetzen wird.

Um weiterhin zielgerichtet und qualitativ hochwertig arbeiten zu können, war die Bündelung der sich in den Aufgabengebieten Forschung, Ausbildung und Krisenmanagement herausgebildeten operativen (NOAH), konzeptionellen und pädagogischen (AKNZ) und wissenschaftlich-analytischen (AKNZ, Forschung) Elemente der psychosozialen Notfallversorgung durch die Schaffung einer institutionellen Klammer erforderlich, die durch den Aufbau eines eigenen Referats PSNV seit 07/2004 realisiert wird.

Das Referat Psychosoziale Notfallversorgung baut auf die Implementierungsphase auf und setzt die hieraus gewonnenen Erkenntnisse in folgendes Aufgabenspektrum um:

NOAH

Fachberatung und Krisenmanagement

Qualitätssicherung in der Psychosozialen Notfallversorgung


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