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LÜKEX – Alle üben mit

Erfolgreich und nachhaltig kann Krisenmanagement nur sein, wenn staatliche und private Akteure in einem Netzwerk zusammenarbeiten und kooperieren. Grundlage ist ein fachlicher Abstimmungsprozess zwischen Bund, Ländern, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Kooperationspartnern. Deshalb sind an LÜKEX-Übungen nicht nur staatliche Akteure beteiligt, sondern auch Unternehmen der so genannten Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) sowie Verbände und Vereinigungen und Akteure aus dem Wissenschaftsbereich. Damit ist LÜKEX gelebte gesamtgesellschaftliche Sicherheitsarchitektur, denn der Staat alleine kann keine Krise bewältigen, ohne die Bereiche KRITIS und Zivilgesellschaft mitzunehmen.


Die Vielzahl an Akteuren macht die LÜKEX zu einem großen Projekt: Während der tatsächlichen Durchführung, die meist an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im November stattfindet, sind regelmäßig 2.000 bis 3.000 Personen in die Übung eingebunden.

Die LÜKEX-Übungen werden federführend durch das Bundesministerium des Inneren (BMI) durchgeführt. Zur Planung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Übung wird für jeden Übungszyklus eine behördenübergreifende Projektgruppe im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eingerichtet.

Wie tief steigt man ein?

Seit der ersten Übung im Jahr 2004 hat jedes Land mindestens einmal an einer LÜKEX-Übung teilgenommen. Je nachdem, wie intensiv sich die Übungsbeteiligten in den zwei Jahre dauernden Übungszyklus einbringen wollen, gibt es zwei Möglichkeiten der Beteiligung.

Intensiv Übende

An einer LÜKEX-Übung sind je nach gewähltem Übungsthema unterschiedliche Akteure beteiligt. In der Regel wirken an jeder Übung sowohl die vom Übungsthema fachlich betroffenen Bundesressorts mit ihren nachgeordneten Fachbehörden als auch die vom Übungsszenario regional betroffenen Länder mit.

Die Übungen sind so angelegt, dass von dem fiktiven Szenario einige Bundesländer schwerpunktmäßig betroffen sind. Auch wenn die konstruierte Lage so gestaltet wird, dass eine Krise nationalen Ausmaßes entsteht, ist die Hauptlast des Szenarios in der Regel auf einige Bundesländer begrenzt. Diese Länder, die sich damit in besonderer Intensität an der Übung beteiligen, werden auch intensiv übende Länder genannt. Sie nehmen während der konkreten Übungsdurchführung mit ihren realen Krisenmanagementstrukturen der betroffenen Ressorts und Behörden, also ihren Krisenstäben (zum Teil auch Verwaltungsstäbe genannt), teil.

Sie sind auch während der Übungsvorbereitung besonders intensiv in den LÜKEX-Prozess eingebunden: Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Ressorts arbeiten in dieser Phase unter anderem an der Szenarioentwicklung mit, das sie entsprechend ihrer gewünschten Übungsziele und -schwerpunkte mitgestalten können. Dies sind natürlich nicht die gleichen Personen, die einem der Krisenstäbe angehören, der während der Übungsdurchführung mit der Bewältigung der fiktiven Krise betraut ist. Das Krisenstabspersonal kennt das erarbeitete Szenario bis zum Übungsbeginn nicht.

Übende

Bundesländer (und andere Akteure), die sich an der LÜKEX beteiligen wollen, ohne mit ihren kompletten Krisenmanagementstrukturen eingebunden zu sein, können dies als sogenanntes übendes Land tun. Vertreterinnen und Vertreter der übenden Länder begleiten den gesamten Zyklus der Übung und können in gewissem Umfang sowohl an der Szenariogestaltung teilhaben als auch sämtliche weiteren Veranstaltungen und Arbeitssitzungen in der Vor- und Nachbereitung der LÜKEX besuchen.

Übende Länder sind in der Regel auch von dem Übungsszenario betroffen und aktiv an der Übungsdurchführung beteiligt. Allerdings treten dort für die Bewältigung der fiktiven Krise nicht die realen Krisenstäbe zusammen, sondern es werden sogenannte Rahmenleitungsgruppen (RLG) gebildet. Rahmenleitungsgruppen stellen übende Behörden, Organisationen, Unternehmen oder Personen dar, die sich nicht an der Übung beteiligen, deren Mitwirkung aber für den realitätsnahen Verlauf unverzichtbar ist. Sie sind damit für andere Übende Ansprechpartner und Verantwortliche für die Umsetzung von Entscheidungen und Maßnahmen der Übenden.

Benötigt beispielsweise ein übender Krisenstab eine Entscheidung oder eine Auskunft aus einem Bundesland, das nicht mit seinen realen Strukturen an der Übung teilnimmt, richtet er seine Anfrage an die entsprechende Rahmenleitungsgruppe. Diese simuliert dann die benötigte Behörde oder Institution und antwortet entsprechend ihrer Rolle.


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