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Gemeinsames Melde- und Lagezentrum (GMLZ)

Ausgangssituation

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA und dem Elbehochwasser im August 2002 bekräftigten Bund und Länder ihren gemeinsamen Willen, das integrierte Hilfeleistungssystem zu stärken. Damit wird, unter Beteiligung aller im Katastrophenschutz und Rettungswesen tätigen Behörden und Organisationen in Bund, Ländern und Kommunen, ein effizientes Krisenmanagement insbesondere für großflächige Schadensereignisse oder Ereignisse von nationaler Bedeutung, sichergestellt.

Neue Strategie

Vor diesem Hintergrund wurde durch die Ständige Konferenz der Innenminister und Senatoren der Länder (IMK) am 6. Juni 2002 das Konzept für eine neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung verabschiedet. Ein wesentlicher Bestandteil dieser ist die Einrichtung eines gemeinsamen Melde- und Lagezentrums (GMLZ) sowie die Inbetriebnahme des deutschen Notfallvorsorge-Informationssystems (deNIS).

Blick in das GMLZ Blick in das GMLZ, Blick in das GMLZ (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

Das GMLZ

Die Abteilung I - Krisenmanagement - des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betreibt seit dem 1. Oktober 2002 das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ). Neben fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BBK sind jeweils eine Verbindungsperson der Hilfsorganisationen sowie eine der Länder in den 24 Stunden „rund um die Uhr“- Dienstbetrieb eingebunden.

Aufgaben

Das GMLZ stellt das länder- und organisationsübergreifende Informations- und Ressourcenmanagement bei großflächigen Schadenlagen oder sonstigen Lagen von nationaler Bedeutung sicher. Um ein flächendeckendes Lagebild zu erhalten werden ständig verschiedenste Gefahrenerfassungsquellen beobachtet und interpretiert. Aufgabe des GMLZ ist also die Entgegennahme, Beschaffung, Analyse, Verarbeitung, Koordinierung, Weitergabe und der Austausch von Meldungen und Informationen. Ziel ist das frühzeitige Erkennen komplexer Szenarien sowie die Prognose von Schadensentwicklungen im Ereignisfall.

Im Mittelpunkt steht dabei der Service- und Dienstleistungsgedanke im Rahmen der Verbesserung der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches zwischen Bund und Ländern, zwischen verschiedenen Bundesressorts, mit nationalen, inter- und supranationalen Organisationen sowie zwischen Deutschland und anderen Staaten bei der Bewältigung von bedeutenden Schaden- und Gefahrenlagen.

Weiterhin beteiligt sich das GMLZ an der Koordination und Förderung der Zusammenarbeit bei Katastrophenschutzeinsätzen innerhalb der EU--Europäische Union und mit den Nachbarstaaten Deutschlands sowie der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Optimierung der Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Allgemeine Aufbauorganisation

Das Tagesgeschäft wird im Rahmen der „Allgemeinen Aufbauorganisation“(AAO) erledigt. Das GMLZ ist deswegen rund um die Uhr entsprechend personell besetzt.

Als Fachlagezentrum ist es die zentrale nationale Kontaktstelle im Bevölkerungsschutz und wird im Rahmen zahlreicher internationaler und nationaler Melde- und Informationsverfahren tätig. Hierzu gehören neben dem Gemeinschaftsverfahren der Europäischen Union zur Förderung einer verstärkten Zusammenarbeit bei Katastrophenschutzeinsätzen und der Zusammenarbeit mit dem Euro-atlantischen Koordinierungszentrum für Katastrophenhilfe der NATO folgende weitere Meldeverfahren:

  • schneller Informationsaustausch der EU-Mitgliedstaaten bei radiologischen Lagen
  • Schnellwarnsysteme für biologische, chemische und atomare Bedrohungen und Angriffe auf europäischer Ebene
  • Meldungen bei internationalen Großschadenslagen mit Folgen für die Umwelt
  • Informationsverfahren bei grenzüberschreitenden Auswirkungen von Industrieunfällen
  • die Beobachtung der IT-Sicherheitslage für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik außerhalb dessen Dienstzeit
  • der Informationsaustausch über gesundheitliche Fragestellungen
  • Meldeverfahren zum Schutz von Binnen- und Seegewässern
  • das Krisenkoordinationsverfahren der EU

Besondere Aufbauorganisation

Bei großflächigen Schadenlagen oder sonstigen Lagen von nationaler Bedeutung wird eine „besondere Aufbauorganisation“ (BAO) anlassbezogen gebildet. Das GMLZ kann entsprechend personell verstärkt werden.
Im Rahmen der Katastropheneinsätze führt das GMLZ länderübergreifende Experten- und Engpassressourcenrecherchen durch und vermittelt die Ergebnisse an die Bedarfsträger. Das GMLZ bedient sich sowohl des deutschen Notfallvorsorge-Informationssystems deNIS, als auch eines ständig wachsenden Netzwerks von Experten aus den verschiedensten Einrichtungen und Behörden des Bevölkerungsschutzes.

Ausstattung

Seine technische Ausstattung, u.a. mit einer aus zwölf 50‘‘ Cubes bestehenden Multimediawand zur Lagedarstellung, vier 42‘‘ Plasmabildschirmen zur TV-Beobachtung in Verbindung mit modernster digitaler Aufzeichnungs- und Dokumentationstechnik sowie ein Videokonferenzsystem mit vier motorisierten Systemkameras, macht das GMLZ zu einem der modernsten Lagezentren in Deutschland.

Zertifizierung

Das GMLZ verfügt über ein anerkanntes Qualitätsmanagementsystem und ist für seine Abläufe nach DIN-ISO 9001 zertifiziert.


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