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CBRN-Schutz

Der Schutz der Bevölkerung vor CBRN-Gefahren ist ein zentrales Aufgabengebiet innerhalb des BBK. Dies umfasst auch den Schutz der Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen.

CBRN-Erkundungswagen CBRN-Erkundungswagen, CBRN-Erkundungswagen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)CBRN-Er­kun­dungs­wa­gen Quelle: BBK

Unter CBRN-Gefahren versteht man den Schutz vor den Auswirkungen von chemischen (C), biologischen (B) sowie radiologischen (R) und nuklearen (N) Gefahren. Der Ausdruck CBRN ersetzt dabei die früher ausschließlich verwendete Formulierung ABC, in der das „A“ für die so genannten „atomaren Gefahren“ steht. Die nun verfeinerte Unterteilung der „A“-Gefahren in radiologische (R) und nukleare (N) Bedrohungen beschreibt die unterschiedlichen Ausbringungsarten einer radioaktiven Kontamination. „Nuklear“ bezeichnet dabei Kernwaffenexplosionen und deren Folgewirkungen sowie radioaktive Stoffe des nuklearen Kreislaufs; „radiologisch“ bezeichnet die weiteren Ausbringungsarten, vorrangig in Form einer radioaktiven Dispersionsvorrichtung (z.B.: „Schmutzige Bombe“).

CBRN-Substanzen1 können sowohl vorsätzlich als auch durch einen Unglücksfall, beispielsweise beim Transport, in die Umgebung gelangen und so zu einer Gefahr für die Bevölkerung werden. Für die Wirkung auf Betroffene ist es dabei unerheblich, welcher Grund für das Freiwerden von CBRN-Substanzen verantwortlich ist.

Zum Schutz vor CBRN-Gefahren nach Freiwerden einer gefährlichen Substanz sind drei Aspekte von elementarer Bedeutung:

  • Schutz der Personen im Gefahrenbereich durch geeignete Maßnahmen, - Schutzkleidung, Verhaltenshinweise
  • Schnelle Detektion und Identifikation der spezifischen Gefahr
  • Gegenmaßnahmen bei Kontakt mit einem Gefahrstoff, zum Beispiel Dekontamination, Verhaltenshinweise

Das BBK bietet für diese drei Aspekte fachlich-wissenschaftliche Beratung sowie technische Unterstützung.

In eigenen Labors und in enger Kooperation mit den Bundesländern sowie mit Forschungseinrichtungen und der einschlägigen Industrie werden Methoden, Verfahren und Systeme für den Bevölkerungsschutz entwickelt und in praktische Lösungen umgesetzt.

Beispiele dafür sind unter anderem die Persönliche CBRN-Schutzausrüstung (PSA), der CBRN-Erkundungswagen2 (CBRN ErkW) und der Gerätewagen Dekontamination Personal (GW Dekon P). Diese Fahrzeuge werden vom BBK den Bundesländern für die Gefahrenabwehr zur Verfügung gestellt und laufend weiterentwickelt.

In fachübergreifender Kooperation werden Konzepte für den CBRN-Schutz entwickelt und in das System des Bevölkerungsschutzes in Deutschland implementiert. Beispiele hierfür sind das Rahmenkonzept zur Dekontamination verletzter Personen, die einheitlichen Standards zur CBRN-Erkundung und das Konzept zur Aufstellung von chemisch-analytischen Spezialkräften, der Analytischen Task Force (ATF).

Ein weiteres Element des CBRN-Schutzes ist die kontinuierliche Forschungstätigkeit vor allem im Bereich der Mess- und Nachweistechnik. Das BBK betreibt hierzu Auftragsforschung mit externen Forschungseinrichtungen und der Industrie. Ziel dieser

SIGIS Einsatz im Olympia Stadion Berlin zur WM 2006 SIGIS Einsatz im Olympia Stadion Berlin zur WM 2006, SIGIS im Stadion (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)SI­GIS im Sta­di­on Quelle: Prof. Ha­rig, TU HH

Forschung ist stets, eine praxisorientierte Lösung für den Einsatz im Bevölkerungsschutz zu liefern. Jüngstes Beispiel einer solchen Auftragsforschung ist das Infrarot-Fernerkundungsgerät SIGIS 2, das beispielweise bei der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006 zur präventiven Überwachung von Stadien und Fanmeilen eingesetzt wurde .

Für alle den CBRN-Schutz betreffende Themen bietet das BBK Informationsmaterial an. Faltblätter und Publikationen mit Informationen zu Fahrzeugen und Ausstattung, sowie Hinweise für das Verhalten im Gefahrenfall werden publiziert und in regelmäßigen Abständen aktualisiert.


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  1. Unter CBRN-Substanzen werden alle Substanzen (Stoffe, Zubereitungen, Erreger, ...) zusammengefasst, die geeignet sind, Menschen und die Umwelt zu schädigen. Vor allem im Bereich der chemischen Gefahrstoffe wird hier nicht zwischen klassischen „Kampfstoffen“ und Industriechemikalien unterschieden, da diese Unterscheidung allenfalls aus historischer Sicht sinnvoll ist.
  2. Die frühere Bezeichnung “ABC-ErkKW“ wurde 2014 durch die Bezeichnung CBRN ErkW (CBRN-Erkundungswagen) ersetzt.

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