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Moderne Laborausstattung zum Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte

BBK investiert in den Schutz vor CBRN-Gefahren

Der Schutz der Bevölkerung vor chemischen (C), biologischen (B), radiologischen (R) und nuklearen (N) Gefahren ist ein zentrales Aufgabengebiet des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Dies umfasst auch den Schutz der Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen, um sicherzustellen, dass diese ihren Einsatzauftrag ohne Eigengefährdung erfüllen können.

Nachdem sich am 17.3.2008 bei dem Chemieunternehmen INEOS in Köln ausgetretenes Gas entzündet hatte, begann einer der größten Feuerwehreinsätze in der Bundesrepublik. Zum Schutz der Einsatzkräfte und der Bevölkerung wurden Messfahrzeuge eingesetzt, die über besondere Identifikationsmöglichkeiten für den freigesetzten Gefahrstoff verfügen, u.a. mehrere CBRN-Erkundungswagen (CBRN ErkW) des Bundes.

Über 14 Stunden lang hielt ein umgestürzter LKW mit 9000 Litern Lösungsmittel an Bord die Bonner Feuerwehr in Atem. 170 Kräfte waren an diesem 11.6.2010 im Einsatz. Unter den Messfahrzeugen ist auch ein CBRN-Erkundungswagen des Bundes, spezielle Messgeräte, deren Entwicklung und Verbesserung vom BBK finanziert und begleitet wurden, kamen zum Einsatz.

Neben den oben genannten Beispielen der unfallbedingten Freisetzung können CBRN-Gefahrstoffe auch vorsätzlich freigesetzt werden und so zu einer Gefahr für die Bevölkerung werden. Für die Wirkung auf Betroffene ist es dabei unerheblich, welcher Grund für das Freiwerden von CBRN-Gefahrstoffen verantwortlich ist.

Zum Schutz vor CBRN-Gefahren nach Freiwerden einer gefährlichen Substanz sind drei Aspekte von elementarer Bedeutung: 

  • Schutz der Personen im Gefahrenbereich durch geeignete Maßnahmen, zum Beispiel Schutzkleidung, Verhaltenshinweise
  • Schnelle Detektion und Identifikation der spezifischen Gefahr
  • Gegenmaßnahmen bei Kontakt mit einem Gefahrstoff, zum Beispiel Dekontamination, Verhaltenshinweise.

Das BBK bietet für diese drei Aspekte fachliche Beratung sowie technische Unterstützung.

Klimakammer Klimakammer, Klimakammer (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Kli­ma­kam­mer Quelle: BBK

In eigenen Labors und in enger Kooperation mit anderen Bundesbehörden, den Ländern sowie mit nationalen und internatonalen Forschungseinrichtungen und der einschlägigen Industrie wird die Entwicklung von Methoden, Verfahren und Systemen für den Bevölkerungsschutz begleitet und in praktische Lösungen umgesetzt. Darüber hinaus dienen die Labors der Qualitätssicherung von technischen Verfahren für den CBRN-Schutz.

Beispiele dafür sind u.a. die Persönliche CBRN-Schutzausrüstung, der CBRN-Erkundungswagen (CBRN ErkW) und der Gerätewagen Dekontamination Personal (GW Dekon P). Diese Fahrzeuge werden vom BBK den Bundesländern für die Gefahrenabwehr zur Verfügung gestellt und laufend weiterentwickelt. In fachübergreifender Kooperation werden Konzepte für den CBRN-Schutz erarbeitet und in das System des Bevölkerungsschutzes in Deutschland implementiert. Beispiele hierfür sind das Rahmenkonzept zur Dekontamination verletzter Personen, die einheitlichen Standards zur CBRN-Erkundung und das Konzept zur Aufstellung von chemisch-analytischen Spezialkräften (Analytische Task Force, ATF).

Ein weiteres Element des CBRN-Schutzes ist die kontinuierliche Forschungstätigkeit vor allem im Bereich der Mess- und Nachweistechnik. Das BBK beteiligt sich zum einen als Projektpartner an Forschungsvorhaben, z.B. im Rahmen des Nationalen Sicherheitsforschungsprogramms und betreibt zum anderen Auftragsforschung mit externen Forschungseinrichtungen und der Industrie. Ziel dieser Forschung ist stets, eine praxisorientierte Lösung für den Einsatz im Bevölkerungsschutz zu liefern.

Jüngstes Beispiel einer solchen Auftragsforschung ist das an der Technischen Universität Hamburg-Harburg entwickelte Infrarot-Fernerkundungsgerät SIGIS 2, das seit 2006 bei Großveranstaltungen wie beispielsweise der Fußballweltmeisterschaft 2006 oder dem NATO-Gipfel 2009 zur Unterstützung der CBRN-Gefahrenabwehr eingesetzt wurde. Auch das Prototypfahrzeug CBRN-Messleitkomponente (MLK) ist ein Ergebnis eines BBK-Forschungsvorhabens. Es kann die von Bund und Länder definierten Anforderungen und Aufgaben als Abschnittsleitung Messen erfüllen und wird in den nächsten Jahren durch das BBK flächendeckend beschafft.

Unter CBRN-Schutz versteht man den Schutz vor den Auswirkungen von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren. Nuklear bezeichnet dabei den Bereich von Kernwaffenexplosionen und deren Folgewirkungen; radiologisch bezeichnet die weiteren Ausbringungsarten von radioaktiven Stoffen, vorrangig in Form einer radioaktiven Dispersionsvorrichtung (sog. „Schmutzige Bombe“). Der Ausdruck CBRN löst seit einiger Zeit die ältere Bezeichnung ABC ab.

Die neuen Laboratorien des BBK

Mit dem Umzug der Laboratorien in die Liegenschaft in Bonn-Dransdorf verbindet das BBK gleichzeitig die Modernisierung der Ausstattung seiner physikalischen und chemischen Labore. Die Umbauzeit für das früher ausschließlich als Bestückungslager genutzte Gebäude in Dransdorf betrug neun Monate. Insgesamt wurden 1,4 Mio. Euro in die Neueinrichtung der chemischen und physikalischen Labore des BBK investiert.

Ausführliche Informationen zur Aufgabe der Labore finden Sie unter:

Das chemische Labor

Das physikalische Labor


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