Das chemische Labor
Im Verlauf der vergangenen fünf Jahre wurden für zirka 250.000 Euro moderne Messtechnik und Versuchsaufbauten angeschafft. Dadurch ist nun in einer modernen Laborumgebung die Konzentration auf die Kernfähigkeiten des chemischen Labors ideal möglich: Die Erprobung von Messtechnik unter möglichst realen Bedingungen sowie die Prüfung von Schutzanzugsmaterialien, die für den Einsatz bei den Feuerwehren und Hilfsorganisationen vorgesehen sind.
Bei der Freisetzung von giftigen chemischen Substanzen sind es vor allem gasförmige oder leicht flüchtige Stoffe, die ein besonders hohes Gefährdungspotenzial besitzen. Denn diese können sich leicht mit dem Wind ausbreiten und werden von Betroffenen über die Atmung schnell in den Körper aufgenommen. Insofern ist sehr wichtig, dass Messgeräte, die bei einem solchen Ereignis zum Einsatz kommen, diese Substanzen bereits bei Konzentrationen unterhalb einer für den Menschen schädlichen Konzentration schnell und zuverlässig erkennen sowie eindeutig warnen.
MeKoGaMiA (Mehrkomponenten-Gasmischanlage)
Quelle: BBK
Zur Überprüfung von Messgeräten wie sie üblicherweise im Feuerwehreinsatz verwendet werden, steht dem BBK eine moderne Gasmischapparatur zur Verfügung. Der Einsatz der Gasmischapparatur ist auch aus Sicht des Arbeitsschutzes vorteilhaft, da sie es ermöglicht nur mit sehr geringen Mengen toxischer Substanzen arbeiten zu müssen.
Mit dieser Anlage ist es möglich, von einer Vielzahl chemischer Stoffe definierte Gas-Luft-Mischungen auch in sehr niedrigen Konzentrationen zu erzeugen, um so die Nachweisgrenzen und die Reaktionszeit von Messgeräten festzustellen. Die Gasmischapparatur kann zusätzlich auch dynamische Gas-Luft-Gemische erzeugen, das heißt die Konzentration des Prüfgases variiert mit der Versuchsdauer. Dies simuliert reale Einsatzbedingungen, da auch an der Einsatzstelle durch Luftbewegungen eine gleich bleibende Konzentration eines Schadstoffes sehr unwahrscheinlich ist. Gerade aber solche dynamische Konzentrationsverläufe stellen für viele Messgeräte eine große Herausforderung dar.
Diese Ausstattung kommt aktuell im Forschungsvorhaben DACHS zum Einsatz. Ziel des Projekts DACHS ist die Entwicklung eines tragbaren chemischen Messgeräts für den Einsatz im Bevölkerungsschutz. Das BBK erprobt in diesem Projekt den im Projektverbund entwickelten Demonstrator (Prototyp) hinsichtlich seiner Nachweisfähigkeit gegenüber ausgewählten giftigen Chemikalien.
Prüfaufbau mit Gasgenerator
Quelle: BBK
Wenn Einsatzkräfte in kontaminierten Bereichen eingesetzt werden sollen, müssen sie vor den Auswirkungen der freigesetzten Chemikalien geschützt sein. Der Körperschutz erfolgt dabei durch verschiedenartige, der jeweiligen Lage und Aufgabe der Einsatzkraft angepasste, Schutzanzüge. Das Material von Schutzanzügen kann im Labor des BBK auf seine Rückhaltefähigkeit gegenüber flüssigen und gasförmigen chemischen Substanzen hin untersucht werden. Dazu steht eine moderne Prüfapparatur zur Verfügung, mithilfe derer die Zeit gemessen werden kann, die eine Substanz benötigt, um das Material eines Schutzanzuges zu durchdringen. Diese Apparatur kommt aktuell im Forschungsvorhaben SAFE zum Einsatz, in dessen Rahmen das BBK eine neuartige Adsorbersubstanz auf Ihre Leistung im Vergleich zu etablierten Lösungen hin untersucht.
