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Dekontamination

Mit Dekontamination wird die Entfernung einer oder mehrerer gefährlicher Substanzen von einer Oberfläche und, sofern eingedrungen, auch aus den darunter liegenden Schichten bezeichnet. Zur Dekontamination gehört also nicht nur eine oberflächliche Reinigung, wie sie vielfach in handelsüblichen so genannten “Dekontaminations-Anlagen” betrieben wird. Die Forderung nach einer Entfernung von eingedrungenen Substanzen aus tieferen Schichten ist allerdings eine Idealforderung, die nicht immer erfüllbar ist. Der Erfolg einer Dekontamination hängt von verschiedenen Einflüssen ab, nämlich der Kontamination selbst, der Dauer der Kontamination, der Porosität und dem Material der Oberfläche sowie vom eingesetzten Dekontaminations-Verfahren.

Die Haut ist ein Beispiel für eine sensible Oberfläche, in die chemische Stoffe, z.B. Hautkampfstoffe, leicht eindringen und aus der sie durch äußere Dekontaminationsverfahren kaum wieder zu entfernen sind. Ein anderes Beispiel sind handelsübliche Lacke oder Kunststoffgegenstände, die der Diffusion von vielen Chemikalien keinen Widerstand entgegensetzen und nicht dekontaminierbar sind. In anderen Fällen ist eine Entfernung durchaus erreichbar, z.B. bei vielen Schutzkleidungsmaterialien oder Metalloberflächen.

Große Bedeutung kommt dem Dekontaminationsmittel zu. Ist die zu kontaminierende Substanz bekannt und ist genug Zeit, kann entsprechend der Verschmutzung gezielt ein Dekontaminationsmittel ausgewählt und herangeschafft werden. Ansonsten eignet sich für sehr viele Fälle heißes bzw. warmes Wasser mit Tensidzusatz. Das anfallende Abwasser ist in jedem Fall aufzufangen und fachgerecht zu entsorgen.

Für spezielle Schadenslagen hält das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) an zentraler Stelle Chlorkalk bereit. Dieser kann bei Bedarf an den Ort des Geschehens gebracht und dort zur Dekontamination verwendet werden.

Im Bevölkerungsschutz wird zwischen drei Anwendungsmöglichkeiten der Dekontamination unterschieden. Es sind dies die Dekontamination von Personen (Dekon P), von Gerätschaften (Dekon G) und die Dekontamination von Verletzten (Dekon V).

Das BBK hat den Ländern mit dem Gerätewagen Dekontamination Personal (GW Dekon P) eine Anlage zur Personen-Dekontamination zur Verfügung gestellt. Weitere Einzelheiten zur technischen Ausstattung finden Sie auf der nachfolgenden Unterseite Gerätewagen Dekontamination Personal.

Die Dekontamination von Ausstattungsteilen, Fahrzeugen und sonstigen Gerätschaften wird auf der Unterseite Dekontamination Geräte kurz vorgestellt.

Weitere Informationen zum Thema Dekontamination von Verletzten finden Sie auf der Seiten Dekontamination Verletzter.

Darüber hinaus finden Sie Informationen, wie beim Vorliegen von biologischen oder radiologischen/nuklearen Kontaminationen vorgegangen wird.


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