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Biologische Gefahren

Biologische Agenzien wie beispielsweise Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze) und Toxine können eine Gefährdung für Menschen, Tiere und Pflanzen darstellen. Neben den altbekannten Infektionserkrankungen, die ein natürliches Gefährdungspotential für die menschliche Gesundheit darstellen, gewinnen das Auftreten neuer Infektionskrankheiten und die wieder zunehmende Ausbreitung bestimmter Infektionserkrankungen (emerging diseases), zum Teil mit resistenten Stämmen, in den letzten Jahren an Bedeutung.

Darüber hinaus wurde nach dem Auftauchen der Anthrax-Briefe in den USA im Herbst 2001 eine neue Dimension der Bedrohung für die Bevölkerung durch absichtlich ausgebrachte biologische Agenzien und B-Kampfstoffe deutlich.

Vor dem Hintergrund des internationalen Waren- und Personenverkehrs rufen Infektionskrankheiten bei Menschen und Tieren neben der direkten Gesundheitsgefährdung auch massive wirtschaftliche Schäden hervor. Größere biologische Gefahrenlagen haben umfassende Auswirkungen auf alle Bereiche unserer Gesellschaft und zeichnen sich gleichzeitig durch eine hohe Variabilität aus. Dafür stehen beispielhaft, SARS (Severe acute respiratory syndrome) 2002/3, Vogelgrippe 2006, Neue Influenza H1N1 2009, EHEC (Enterohaemorrhagic Escherichia coli ) in Deutschland 2011, MERS (Middle East Respiratory Syndrome) erstmals 2012 in Saudi Arabien diagnostiziert sowie die verheerende Ebolaepidemie 2014/2015 in Westafrika.

Der Klimawandel mit seinen nicht absehbaren Folgen z.B. für die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen, die neue bisher bei uns nicht vorkommende Erkrankungen mitbringen können, bedeutet für die Zukunft eine große Herausforderung. Durch die Globalisierung wird die Welt immer vernetzter, so dass Epidemien das Potential haben sich globaler schneller ausbreiten zu können. Dieses liegt an kürzeren Reisezeiten, größeren Menschen- und Warenströmen zwischen den verschiedensten Ländern der Erde, sowie eine immer weiter zunehmende Weltbevölkerung.
Das Spektrum biologischer Agenzien und Toxine sowie ihre Wechselwirkungen mit Wirt und Umwelt sind ausgesprochen komplex, so dass eine Darstellung in einem kurzen Überblick hier kaum möglich ist. Die Verbreitung kann je nach Potential der einzelnen Erreger z.B. durch Mensch-zu-Mensch-Kontakt, Aerosole, Tiere sowie Lebensmittel- und Wasserverunreinigungen erfolgen. Das Gefahrenpotenzial biologischer Agenzien und Toxine resultiert aus ihren charakteristischen biologischen Eigenschaften, worin sie sich stark unterscheiden können. Sie können eine Reihe von Erkrankungen verursachen, von der selten tödlich verlaufenden Brucellose bis hin zu den gefährlichen Formen von Lungenpest oder Lungenanthrax.

Viele Agenzien und Toxine sind unter bestimmten Bedingungen labil und werden inaktiviert, wenn sie z.B. Sonnenlicht, höheren Temperaturen oder anderen Umweltfaktoren ausgesetzt sind. Andere dagegen sind widerstandsfähiger. Anthraxsporen z.B. sind außerordentlich stabil und können in Böden jahrzehntelang überleben. Einige Agenzien, wie zum Beispiel das Pocken-Virus, sind hoch infektiös und verbreiten sich leicht von Mensch zu Mensch. Dagegen erfolgt bei anderen, wie zum Beispiel Anthrax-Sporen und Toxinen, normalerweise keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Bacillus cereus-Kolonien Bacillus cereus-Kolonien, Bacillus cereus-Kolonien (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ba­cil­lus ce­reus-Ko­lo­ni­en Quelle: RKI


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