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Mess- und Nachweistechnik

Labordiagnostik

Der Nachweis von biologischen Agenzien (Bakterien, Viren, Pilzen) und Toxinen mit bioterroristischem Potenzial stellt besondere Anforderungen an die Diagnostik und wird in dafür spezialisierten Laboratorien durchgeführt. Hierfür stehen in Deutschland Landesgesundheitsämter und Nationale Referenzzentren und Konsiliarlaboratorien zur Verfügung. Unterschiedliche Verfahren kommen bei der Labordiagnostik von Erregern zum Einsatz, die immunologische und molekularbiologische Nachweistechniken, Elektronenmikroskopie, Spektroskopie und klassische Kultivierungsmethoden einschließen. Im Rahmen von BBK-Forschungsvorhaben sind molekulare Nachweismethoden zur Detektion von ausgewählten Erregern entwickelt worden. Sie bildeten die Grundlage für Ringversuche und die Bildung eines Labornetzwerkes unter Beteiligung renommierter Laboreinrichtungen in Deutschland.

Mobile Detektion

Die schnelle und zuverlässige Erkennung von biologischen Agenzien ist eine wichtige Voraussetzung, um in einer Gefahrenlage rasch geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Während seitens des Katastrophenschutzes im Bereich der chemischen und radiologischen Detektion mobile Messtechnik zur Verfügung steht, ist bisher für die Detektion von potenziell biologischen Kampfstoffen vor Ort kein leistungsfähiges technisches System auf dem Markt verfügbar. Der Nachweis biologischer Agenzien ist meist komplex und zeitintensiv. Trotz rasanter Fortschritte in den vergangenen Jahren besteht hinsichtlich der Etablierung einer mobilen B-Komponenten immer noch erheblicher Entwicklungsbedarf. Daher ist die Entwicklung von geeigneten Vor-Ort-Nachweisverfahren im Referat III.2 CBRN-Schutz ein besonderer Arbeitsschwerpunkt.

Ziel ist es, die wissenschaftlich-technischen Neuentwicklungen von Systemen zur mobilen B-Detektion für die Anforderungen des Katastrophenschutzes zu erschließen. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, wie beispielsweise dem Robert Koch-Institut, der Bundeswehr, Diagnostikeinrichtungen und der Industrie. Da bei der B-Detektion zur Erzielung aussagekräftiger Ergebnisse mehrere unterschiedliche Testverfahren erforderlich sind, werden bei der Evaluierung verschiedene Technologien einbezogen. Dieses sind zum Beispiel molekulargenetische Methoden, immunologische Verfahren, sowie neue Biochip-Entwicklungen

Das BBK beteiligt sich an verschiedenen Projekten um die mobile Nachweistechnik voran zu treiben. Hierzu zählten z.B. das Projekt BiGRUDI (Biologische Gefahrenlagen Risikobewertung, ultraschnelle Detektion und Identifizierung von bioterroristisch relevanten Agenzien), das die Entwicklung von mobiler Nachweistechnik zum Ziel hatte und das deutsch französische Projekt GEFREASE (GErman FRench Equipment for Analysis and Surveillance of biothreats in the Environment) sowie das Projekt SensTox (Sensor-basierte und automatisierte Detektion von hoch- und niedermolekularen biologischen Toxinen).

B-Probenahme

Bei der Gefahrenerkennung spielt eine qualifizierte Probenahme eine besondere Rolle, denn sie ist Grundlage für alle sich anschließenden Nachweisverfahren. Insbesondere Umweltproben stellen besondere Anforderungen, nicht nur an die Detektion, sondern auch an die Einsatzkräfte vor Ort. Das BBK hat zusammen mit Vertretern aus Fachinstitutionen einen CBRN Probenahmesatz entwickelt und zusammengestellt, sowie Kurzanleitungen und eine Handlungsempfehlung für die Probenahme erarbeitet. Diese bilden die Grundlage für eine qualifizierte und standardisierte "Notfall-Probenahme" für Einsatzkräfte im Gefahrenfall.


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