Navigation und Service

Vom "Bunker" zur neuen baulichen Sicherheitsarchitektur

Die neuen Herausforderungen haben seit dem 11. September 2001 den bisherigen “baulichen Zivilschutz” entscheidend verändert: 

  • Der Schutz der Bürger
  • der unbeschädigte Erhalt von Sachwerten,
  • der Erhalt von Kulturgut und historischen, unwiederbringlichen Werten und
  • der Schutz überlebensnotwendiger kritischer Infrastrukturen

    Öffentliches Gebäude Öf­fent­li­che Ge­bäu­de als Ri­si­ko­po­ten­ti­al? Quelle: Pres­sear­chiv Köln, Wal­ter Schies­tel

sind die neuen Eckpunkte, um die sich eine zukünftige Sicherheitsarchitektur ranken müssen.

Was immer zu schützen ist oder was es zu bewahren gilt, es hat seine Gemeinsamkeiten in einer intelligenten, gehärteten und widerstandsfähigen Struktur von Gebäuden, in einzelnen Raumelementen oder in vorausschauenden Planungen.

Bauliche Maßnahmen werden zukünftig deswegen kein isolierter Einzelaspekt sein, sondern müssen sich zukünftig wie ein roter Faden konsequent durch die Gesamtheit der neuen Sicherheitsarchitektur ziehen. Dieser Bogen umfasst einheitlich alle Disziplinen des Bau- und Planungswesens. Diese Sicherheitsarchitektur wird zukünftig ein fester, integraler Bestandteil der Gestaltung des gesamten Gemeinwesens werden müssen.

  • Stadtplanung:
globale Planungsstrategie von Raumordnung und Städtebau besonders in städtischen Agglomerationen und Strukturen
  • Architektur:
konsequente, vorausschauende Planung von Gebäuden und Funktionszusammenhängen
  • Bauingenieurwesen:
bautechnische Härtung von Baustrukturen in Neubauten und bestehenden Objekten
  • Forschung:
nachhaltiges Feedback zwischen Wissenschaft, Forschung und Praxis

Dabei wird die angenommene, objektbezogene Risikolage die entscheidende Rolle für die individuellen Bau- und Planungsanforderungen spielen müssen. Obgleich es nicht darum gehen kann, an jeder Stelle der Bundesrepublik zu jeder Zeit und jedem Bürger ein “allumfassendes, staatliches Sorglospaket” in baulicher Hinsicht zu gewährleisten, so ist es gleichwohl sinnvoll - und es erscheint sogar erforderlich - , mit konsequenten Maßnahmen einem Risiko zu begegnen, indem unmittelbare Schäden und mittelbare Begleitschäden in entscheidendem Maß eingeschränkt, wenn nicht gar gänzlich verhindert werden können. 

Ansicht einer belebten Straße in der kölner InnenstadtBe­völ­ke­rungs­schutz ist über­all er­for­der­lich Quelle: Pres­sear­chiv Köln, Sa­bi­ne Mö­wes

In vielen Fällen, die zukünftig nach einem zu entwickelnden Kriterienkatalog exakt definiert und eingegrenzt werden können, wird vielleicht in Zukunft der bauliche Sicherungsaspekt mit derselben Berechtigung Eingang in die Planung finden, wie es - beispielsweise – für den vorbeugenden Brandschutz oder für den Umweltschutz (Energieeinsparungsgesetze, Wärmeschutzverordnung u. dergl.) bereits heute nicht mehr wegzudenken ist.

Es wird zweifelsohne in Zukunft gesellschaftlich überlegt werden (müssen),

  • für die Bevölkerung,
  • für die gesellschaftlichen Werte und
  • für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Staates

erweiterte bauliche Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um eine deutliche Erhöhung an Sicherheit und an gesellschaftlicher Funktionsfähigkeit zu erreichen.

Bauliche Verstärkungsmaßnahmen sind aber nicht flächendeckend einzusetzen. Sie werden immer erst durchgeführt werden, wenn entsprechende Risikoanalysen eine exakte Forderung begründen. Unter diesen Gesichtspunkten erhöht sich die Wirtschaftlichkeit durchzuführender baulicher Sicherungsmaßnahmen signifikant.

Die Gestaltung der zukünftigen Sicherheitsarchitektur bietet hierzu eine vielfältige Palette baulicher und planerischer Möglichkeiten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat in seiner Forschungsabteilung eine Reihe richtungsweisender Forschungsprojekte auf dem Sektor des Baulichen Zivilschutzes eingestellt. Ein konsequentes Forschungsmanagement für die neu zu gestaltende bauliche Sicherheitsarchitektur wird zum gemeinsamen Ziel führen. So wird gewährleistet, dass 

  • Wissenschaft und Forschung
  • erfahrene Praxis und
  • lenkende Administration

zusammen diese neue Sicherheitsarchitektur entwickeln, erproben und zur Anwendung freigeben.



Diese Seite:

Abonnieren

BBK

© 2005 - 2017 Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe